WIR-20100820_09-33-48Als ich von meinen Plänen zur WIR-Tour berichtete, habe ich meistens in fragende Gesichter geblickt. Was heisst denn WIR? Und was ist die WIR-Tour. Der Hinweis, dass WIR etwas mit den durch unsere Region führenden Flüssen zu tun hat, brachte dann bei einigen schon ein erkennendes Lächeln. Für diejenigen, die es bis dahin immer noch nicht erkannt haben, gab es dann noch die Erklärung, dass "W" für Wurm, "I" für Inde und "R" für Rur steht. Und was hat das Ganze mit biken zu tun? In den letzten Jahr habe ich viele Touren unternommen, die oft an der Rur oder der Wurm hin oder zurück führten. Beide führen von Süd nach Nord bis schließlich die Wurm hinter Heinsberg in die Rur mündet. Die Verbindung von West nach Ost stellt über weite Teile die Inde dar. Die Idee lautete, so nah wie biketechnisch sinnvoll am Ufer dieser drei Flüsse entlang zu biken und somit das Dreieck zu vervollständigen. Bis auf ein kleines Stückchen zwischen Eschweiler und Aachen ist uns in der Planung gelungen, unser Vorhaben umzusetzen. Das fehlende Stückchen zwischen Eschweiler und Aachen liegt schlicht daran, dass die Inde nicht in die Wurm oder die Wurm nicht in die Inde mündet. ;-)

 

WIR-20100820_10-16-50Die ersten Erkundungsversuche führten Manuel und ich gemeinsam durch und stellten schnell fest, dass sich auf diesen Trails zwar nicht viele Höhenmeter summierten, aber trotzdem viele, auch landschaftlich, reizvolle Teilabschnitte boten. Erschwerend hinzu kam dann natürlich die Streckenlänge mit geplanten ca. 110 Kilometern für das gesamte Dreieck. Für mein Vorhaben konnte ich Jochen, Joe, Manuel, Simone und Thomas K. gewinnen. Die wollten die 110 Kilometer aber nicht an einem einzigen Tag fahren. Es sollte aber auch keine 2-Tagestour werden. Wie passt das denn zusammen? Das lag sicherlich nicht an mangelnder Fitness der Interessenten, sondern schlicht und einfach daran, dass einige Urlaub hatten und andere am geplanten Termin mitten in der Woche arbeiten mussten. Was also tun, um alle unter einen Hut zu bringen. Die Lösung war nach einigem Überlegen schnell gefunden. Wir würden die Tour einfach noch einmal fahren. Das erste Mal am Freitag, den 20.8.2010 und das zweite Mal am Samstag, den 21.8.2010. Das erste Mal mit dem Mountainbike und das zweite Mal mit Cyclocrosser und/oder Trekkingbike. Beides sollte möglich sein, so dachte ich mir.

Für das Wochenende war eine Rückkehr des Sommers mit Spitzentemperaturen bis knapp unter 30 Grad und viel, viel Sonnenschein vorhergesagt. Dazu noch der passende Südwestwind, der uns auf dem Rückweg schieben sollte. Also alles in allem ideale Rahmenbedingungen.

WIR-20100820_10-48-56Und so wie vorhergesagt sah es am Freitagmorgen um 8.00 auch aus, als sich die "Urlauber" Jochen, Joe, Manuel und ich an der Holzbrücke über die Rur am Lago Adolfo zwischen Oberbruch und Ratheim trafen. Joe hatte bereits ca. 30 Kilometer in den Beinen, weil er mit dem Bike aus Overhetfeld angereist war. Gemütlich rollten wir uns die Rur flußaufwärts ein. Dabei wurden natürlich die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht. Kurz hinter Linnich wartete dann der erste Trail auf uns, dem entlang des Badesees in Barmen direkt der zweite folgte. Hinter Jülich zweigten wir dann nach Kirchberg ab, um kurz danach das Kapital "Rur" zu beenden. Wir orientierten uns ab sofort am Ufer der "neuen" Inde. Dort zieht sich ein schöner Trail parallel zum Schotterweg über mehrere Kilometer hin. Sehr schön und flowig. Eine kurze Strecke später tauchten wir dann in das Ufer-Gebüsch mit seinen kurzen, aber dafür steilen Up- und Downhills ein, ehe es dann ab Inden wieder etwas ruhiger wurde. Ab Weisweiler warteten dann wieder ein paar Trails entlang der Inde auf uns. Nach ca. 50 Kilometern hatten wir uns eine ausgiebige Pause redlich verdient. Die reichliche Auswahl an sehr leckeren Sandwiches mitten in Eschweiler machte es uns schwer, uns die Bäuche nicht allzu voll zu schlagen. Die Brötchen und auch die netten Verkäuferinnen kann ich euch sehr empfehlen.

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WIR-20100820_12-30-27So gestärkt nahmen wir dann den weiteren Weg unter die Stollenreifen. Kurz hinter Eschweiler durch eine ehemalige Militärbasis gewannen wir dann über einen längeren Anstieg Höhenmeter, die wir Richtung Verlautenheide dann wieder vernichteten nur um kurz darauf wieder zu klettern. Mit Blick auf Aachen reparierte Joe dann seinen 2. Plattfuß an diesem Tag. Nach einem rasanten Downhill über schmale Sträßchen erreichten wir die Wurm, unser drittes Flüßchen. Gerade die ersten Kilometer bis Herzogenrath an Burg Wilhelmstein vorbei durch das Wurmtal waren schön, aber nach den vielen absolvierten Kilometern auch schon etwas anstrengend. Und so waren wir froh, ab Herzogenrath unsere Beine an der Wurm entlang locker ausfahren zu können. In Geilenkirchen gönnten wir uns noch ein Eis. Nach ca. 7 Stunden und 108 Kilometern (ohne Anreise, bei Joe kamen also nochmal ca. 60 Kilometer oben drauf) erreichten wir schließlich wieder den Friedhof in Oberbruch. Wir waren uns einig, alles richtig gemacht zu haben bei einem sehr schönen Biketag. 

Beim Abruf der Mails zu Hause stellte ich fest, dass Thomas K. schon ungeduldig eine Information darüber haben wollte, ob wir denn jetzt wirklich morgen die gleiche Strecke nochmal mit Crosser und Trekkingrad fahren würden. Manuel's und meine Beine fühlten sich gut an. Also sagten wir ihm zu. Fortsetzung folgt ....   

Tag 2:

WIR-20100821_08-26-58Heute stand die Tour mit Cyclocrosser und/oder Trekkingbike auf dem Plan. Nach dem Aufwachen prüfte ich natürlich zuerst mal, wie sich meine Beine nach der langen Tour von gestern anfühlten. Top! Alles in Ordnung. Die Lust, mich wieder aufs Bike zu setzen war auch da. Dazu freute ich mich darauf, die Frage zu klären, ob die Tour auch mit dem Crosser machbar war. Mit Thomas K., der wie immer, wenn es möglich war, mit dem Bike anreiste, hatte ich mich um 8.30 Uhr verabredet. Dazu kam Manuel, der seine Simone mitgebracht hatte. Also wieder ein tolles Vierergrüppchen.

Die Rur hoch dürfte mit dem Crosser machbar sein und so war es auch. Interessant wurde es ab Mündung der Inde in die Rur. Waren die sandigen Wege im ehemaligen Braunkohle-Abbaugebiet mit dem Crosser gut befahrbar? Auch das klappte vorzüglich. Nur wenn Sand oder Schotter zu lose waren, wurden alle Steuerkünste gefragt. Auch der Trail parallel zum Schotterweg an der Inde entlang war gut mit dem Crosser machbar. Und ab dem Kieswerk waren die Wege wieder glatt gefahren und somit rollte es wieder sehr gut. Einzig ein kleines Stück am Ufer der Inde auf Weisweiler zu war dann etwas sehr holprig. Von Weisweiler bis Eschweiler ließ sich dann wieder sehr flowig befahren.WIR-20100821_10-28-57

Manuel hatte Simone von dem tollen Fladenbrot mit Krautsalat und Pute (siehe Bild oben) vorgeschwärmt und Simone, die für alle leckeren Sachen sehr empfänglich ist, freute sich schon seit mindestens 30 Kilometern auf diese Köstlichkeit. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie enttäuscht sie war, als genau der Kunde vor  ihr die letzten beiden verfügbaren kaufte. Aber die Auswahl war ja schließlich groß und so fand jeder etwas, was ihm gut schmeckte. Thomas K. bekam sogar seinen Original belgischen Reiskuchen als Nachtisch. Ich hatte mich übrigens für ein Körner-Croissant mit Backei, Bacon und Käse entschieden, das ich zum Probieren sehr empfehlen kann.
Die Kalorien konnten wir dann kurz nach Eschweiler beim langen Anstieg im ehemaligen Militärdepot wieder abtrainieren. Ich musste die Erfahrung machen, dass dieser Anstieg für mich auf dem  Crosser nicht zu bewältigen war. Nur mit 28iger Ritzel waren die Steigungsprozente mit meinen Beinen nicht mehr tretbar. Selbst Thomas K. schaffte diesen Anstieg nur auf der letzten Rille und wer weiß, wie Thomas sonst die Berge hochfliegt, kann sich vorstellen, warum ich die Steigung nur schiebend bewältigen konnte.
WIR-20100821_13-57-56Ab dem Propsteier Wald übernahm Manuel mit seinen Aachener-Ortskenntnissen dann die Führung. Ich kann euch bestätigen, dass es selbst stadtnah sehr schöne Wege gibt. Die Wurm befuhren wir diesmal, anders als gestern, auf Empfehlung von Manuel  linksseitig. Nach meiner Meinung ist das die schönere Variante, obwohl auch hier einige Passagen mit dem Crosser nicht und mit dem MTB auch nur vielleicht machbar sind.
Nach kilometerlangen Trails kamen wir dann wieder in Herzogenrath an, fuhren diesmal aber nicht durch die Innenstadt, sondern jenseits der Grenze auf niederländischen Gebiet. Die Wurm runter mit gar nicht so schwachem Rückenwind konnten wir dann wieder zu richtig die "Kuh fliegen lassen". Meistens pendelte die Kmh-Anzeige so um die 30.
In Geilenkirchen unterbrachen wir unseren Tiefflug, um uns ein leckeres Eis zu gönnen. Ein weiteres schönes Erlebnis hatten wir an der Wurmbrücke am Freizeitpark in Übach-Palenberg. 2 Päärchen suchten nach dem richtigen Weg und wir kamen kurz ins Gespräch. Ich berichtete davon, welche Tour wir gefahren waren und dass ich unsere Erlebnise auf meiner Webseite veröffentlichen werde. Daraufhin meinte einer der Biker: " Ich gucke jeden Sonntagabend auf deiner Seite nach, ob es neue Bilder gibt." Schön zu hören, dass nicht nur Mountainiker Spaß an meinen Berichten und Bildern haben. An dieser Stelle viele Grüße an die unbekannten Biker und weiterhin viel Spaß an meiner Homepage.WIR-20100821_14-31-33
Und wo ich gerade beim Grüßen bin:
Simone, ich weiß, dass wir so manches Mal deine "Wohlfühlgeschwindigkeit" überschritten haben, aber Hochachtung davor, wie du dich immer wieder über 108 Kilometer festgebissen hast. Und deine Vollkorn-Muffins sind übrigens ein Genuß.

Jetzt aber zum Vergleich, ob mir die Tour mit MTB oder Crosser mehr Spaß gemacht hat. Ehrlich gesagt kann ich es nicht sagen. Es gab Passagen, da habe ich mit dem Crosser mein MTB vermisst und welche mit dem MTB, da hätte ich mir den Crosser gewünscht. Aber ein Umsteigen unterwegs geht eben nicht. Spaß gemacht haben beide Touren. Und das steht schließlich im Vordergrund.
Wer die Tour nachfährt, wird feststellen, wie abwechslungs- und variantenreich unsere schöne Bike-Region ist. Das Höhenprofil sieht lustig aus. Es geht tendenziell zuerst mal kontinuierlich rauf, dann gibt es in der Mitte ein paar Spitzen und dann geht es natürlich auch tendenziell wieder leicht runter. Insgesamt sind so ca. 600 Höhenmeter zusammengekommen.

Zum Schluß möchte ich euch noch von 2 ungewöhnlichen Beobachtungen berichten. Auf einem Feld zwischen Brachelen und Körrenzig habe ich erstmals in unserer Region einen Storch gesehen, der mitten auf einem Feld nahe der Rur auf Nahrungssuche war. Ziemlich groß diese Vögel. Und an der Wurm saß eine Schildkröte auf einem Baustamm. Als sie uns kommen hörte, unterbrach sie ihr Sonnenbad durch einen Sprung ins kühle Wasser. So etwas sieht man eben nur, wenn man nicht mit dem Auto durch die Natur hetzt.

20100820-MTB-WIRDie Bilder dieses 1. Tages bekommt ihr mit diesem Link, die des zweiten könnt ihr euch hier ansehen (am 2. Tag hatte Thomas übrigens wieder die Kamera). Den GPS-Track des 1. Tages (MTB) könnt ihr mit Klick auf diesen Link runterladen und den vom 2. (Cyclocrosser) hiermit.

Kommentare   

Thomas Kutz
0 #5 Thomas Kutz 2010-08-21 21:41
Das nächste mal verbringen wir den ganzen Tag mit dem MTB im Wurmtal. Aber im Ernst, das war wieder mal eine super Tour mit einer spitzen Truppe! Jetzt bin ich aber platt und muss erst mal regenerieren.

Gruß
Thomas
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Manuel Petersen
0 #4 Manuel Petersen 2010-08-21 16:46
..tja, alle die nur einen Tag mitgefahren sind haben meiner Meinung den besten Trail der gesammten Tour verpasst. Den kannte selbst unser Reigi noch nicht :-)
Dafür waren die Pute mit Krautsalat heute aus, wäre dadurch fast zum SuperGAU mit Simone gekommen, aber das "La Flüte" hat gut ausgeholfen.
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Thomas Kutz
0 #3 Thomas Kutz 2010-08-20 22:22
...und das Beste ist, ich habe es noch vor mir :-)

Gruß
Thomas
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Johannes Smets
0 #2 Johannes Smets 2010-08-20 21:24
Es war ein perfekter Biketag, nette Leute, toller Track, leckere Sandwiches ( Pute mit Krautsalat kann ich empfehlen ), super organisiert einschl. netter Pannenhilfe.

Ich würde morgen nicht mitfahren, auch wenn ich zeitlich könnte, da meine Beine nicht mehr fit sind. Mußte heute noch 1,5 Stunden Rasen mähen und dann noch mal 10 schwere Kilometer mit meiner Familie zur Eisdiele.

Euch viel Spaß morgen und haut euch die Bäuche nicht zu voll.
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Guest
0 #1 Guest 2010-08-20 20:55
Ups, bin der Erste. Sehr schöne Runde heute. Da kann man den langen Winter von zehren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ihr morgen mit Golf Country mehr Spaß bekommt. Leider kann ich morgen nicht dabei sein, auch wenn die Beine noch gut wären. Reinhard, darf ich Wünsche für den Herbst äußern? Wenn die Blätter gelb werden würde ich gerne mal wieder "green tubes" als yellow tubes fahren.
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