MMM-2012-04-29_12-12-30_2Ich wollte ja eigentlich nicht mehr, aber dann machte Manuel mich im vorigen Jahr wieder heiß: "Ich schaue hier gerade im Labor aus meinem Fenster und sehe den Schneeberg. Könnten wir nicht mal eine MMM (MTB-Heinsberg-Mega-Miler) daraus machen? Durch das Heuvelland hin und durch das Wurmtal zurück." Und schon war der schlummernde Heuvelland-Virus wieder aktiviert. Dann ging es an die ersten Planungen. Von wo aus sollten wir starten? Welche Möglichkeiten gab es? Welche war die mit den schönsten Ausblicken? Wo waren die besten Trails zu finden? So waren Manuel und ich dann im vorigen Jahr immer wieder im Heuvelland unterwegs (die Möglichkeiten im Wurmtal war glücklicherweise weitgehend bekannt) , haben erkundet, geplant, wieder unsere Wahl verworfen, optimiert, mal drüber geschlafen und dann doch bei der vorigen Variante geblieben. Das hat richtig Spaß gemacht! Am vergangenen Samstag vor 14 Tagen sind wir dann mit einer Gruppe besonders fitter Biker den geplanten Track als Vortour nachgefahren. Danach kam mir in den Sinn, die MMM mal andersrum, also zuerst Wurmtal und dann Heuvelland zu fahren. Und wo ich gerade bei der Änderung war, habe ich einige Passagen noch etwas optimiert. Am vorigen Sonntag habe ich dann eine etwas gemütlich fahrendere Gruppe auf die etwas kürzere Proberunde mitgenommen. Dabei haben wir dann das Wurmtal außen vor gelassen und ca. 10 Kilometer und einige Höhenmeter gespart. Leider war Manuel zwischenzeitlich erkrankt und konnte diese und auch die heutige Original-MMM nicht mitfahren. Er hat aber versprochen, in Kürze, wenn er wieder fit ist, nochmal zu fahren. Wer also Interesse hat und die Original-MMM verpasst hat oder verpassen musste, kann mich gerne anmailen, ich leite dann seinen Wunsch an Manuel weiter. 

MMM-2012-04-29_11-46-12Angemeldet zur heutigen MMM hatten sich 8 Biker. Leider sagten 2 gestern noch gesundheitsbedingt ab und ein weiterer hatte leider den falschen Treffpunkt erwischt, wie ich im Nachhinein erfahren habe. So blieben ganze 5 über und das waren bis auf Alwin, mit dem ich mal eine LCMT gefahren war und den ich nach 7 Jahren erstmals wiedersah, alles Altbekannte. Christoph und Markus, die schon am vergangenen Sonntag mitgefahren waren, Georg und Simone, die die MMM zur Probe vor 14 Tagen bereits mitgefahren war. Das Wetter war diesig, aber trocken und wärmer als in den vergangenen Tagen. Die erstenMMM-2012-04-29_12-09-17_5 5 Kilometer war Einrollen angesagt. Das Highlight Nr 1 folgte dann mit der Steilkurve kurz vor Eygelshoven. Danach rollten wir durch das Erensteiner Tal an Schloß Erenstein vorbei. Am Rande des Bleyerheider Bachs entlang erreichten wir dann schließlich wieder deutsches Gebiet und die Wurm. Anfang ziemlich ruppig mit vielen Auf und Abs, später landschaftlich sehr schön folgten wir ihr dann bis Aachen. Das Klinikum im Blick ließen wir Aachen links liegen und kletterten zum Schneeberg hoch. Hier folgte das 2. Highlight. Quer zum Hang zwischen Schneeberg und Orsbach läuft leicht abfallend über ca. 2 Kilometer ein schmaler Pfad. Vor sich diesen Pfad, links ein Ausblick auf Lemiers. Fantastisch! Von Lemiers aus mussten wir wieder klettern und erreichten schließlich den Vijlener Wald. Hier waren  die Pfade durch die Regenfälle der vergangenen Tage teilweise ziemlich schlammig geworden. So waren wir froh, ca. zur Hälfte der Strecke in der lt. Anzeigetafel "einzigen Berghütte der Niederlande" eine ausgiebige Pause einlegen zu können. In der Folge genoßen wir einige fantastische Talblicke. Aber wo Talblicke, da gibt es normalerweise auch Rauf und Runter.  Schließlich erreichten wir den Rand dieses Waldgebiets. Der Vijlener Wald mit seinem Steigungen und Downhills hat uns einige Körner gekostet.

3. Highlight für mich waren die Downhills über die Wege mit den dicken Kieselsteinen und durch den Hohlweg Richtung Wahlwiller. Da konnten wir so richtig "die Kuh fliegen lassen". Leider hat meistens ein schöner Downhill den unangenehmen Nebeneffekt, dass es danach wieder rauf geht. Auf schmalen Asphaltsträßchen rauf und anschließend mit einem Downhill, der "auf Wunsch" durch einen breiten Bach führte, kam dann als nächster Ort Eys. Der Eyserbos-Weg hat bei den Rennradfahrern einen legendären Ruf, weil er sich quälend lang mit Steigungsprozenten von teilweise über 20% den Hügel raufzieht. Wir wählten eine nicht minder steile Variante, mit Asphalt am Beginn und später Schotter hoch nach Trintelen.  Kurze Zeit später folgte Highlight Nr. 4, der Wiesentrail runter nach Heerlen, Zuerst leicht abfallend am Rand eines Wäldchen mit links Blick auf gelbe Löwenzahnwiesen, später ziemlich verschlammt und wurzeldurchsetzt.

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Um wieder Höhe für die Downhills im Imstenrader Bos zu gewinnen, folgte jetzt die letzte längere Steigung, diesmal zur Abwechslung mit dicken Steinen durchsetzt. Aber auch diese Steigung hatte mal ein Ende und als Belohnung folgten dann die Trails. Sie endeten in einem steilen Anstieg, den nur Alwin fahrend bewältigen konnte. Meine Hochachtung Alwin, das Ding ist wirklich steil. Die letzten 15 Kilometer hatten wir dann auf Teilen der ausgeschilderten MTB-Routen in diesem Gebiet geplant. Ca. 10 Kilometer vor dem Ziel wurden die Gespräche dann immer weniger. Jeder hing anscheinend seinen Gedanken nach. Wie drückte Markus das so schön aus: "wir waren im meditativen Fahrmodus". Kann aber auch dran gelegen haben, dass wir die Luft zu etwas anderem als Reden brauchten. Als wir schließlich wieder den Wanderparkplatz in der Teverener Heide erreichten, waren alle froh, aber auch beeindruckt von der siebenstündigen Tour mit 80 Kilometern und ca. 1.300 Höhenmeter. Die Überraschung für mich persönlich: Es gibt Biker, denen traut man auf den ersten Blick gar nicht zu, dass sie eine solche Herausforderung meistern. Die tun es aber einfach und fragen sich nicht vorher, ob sie es schaffen oder was sie davon abhalten könnte mitzufahren. Hut ab, Georg, meine allerhöchste Anerkennung.

Markus und ich haben insgesamt ca. 650 Fotos geschossen. Nach dem Aussortieren sind davon ca. 450 übrig geblieben. Die besten 129 habe ich euch zusammengestellt. Die Aufnahmeorte könnt ihr euch übrigens auf der Google Maps Karte ansehen. Den Track gibt es bei GPSies zum Download.

Zum Schluß möchte ich noch etwas loswerden. Diese MMM ist die letzte, die ich öffentlich anbieten werde. Anscheinend kenne ich mittlerweile die meisten, die sich solche Touren zutrauen persönlich und da brauche ich nicht den derzeitigen Aufwand zu betreiben, wenn ich MMMs plane und anbiete. Das Planen und Fahren hat mir und ich denke auch Manuel einen Riesenspaß gemacht, aber wenn sich auf mein Angebot nur 3 von über 100 Interessenten, die sich eingetragen haben, melden, und die 3 auch noch absagen, bzw. am falschen Treffpunkt sind, muß ich mich nicht terminlich binden. Seid mir nicht böse, aber ich werde solche Touren zukünftig auf unsere bekannten Mitfahrer beschränken.

Vierzehn Tage später bin ich eine MMM-light mit 50 Kilometern und ca. 650 Höhenmetern gefahren. Den Blogeintrag mit einem Link zum Download des Tracks findet ihr im MTB-Heinsberg Tagebuch.

Kommentare   

Guest
0 #4 Guest 2012-06-11 12:41
Hallo Reigi,

bin die (lange) Tour am Samstag nachgefahren, kostet wahrlich einiges an Körnern, ist aber vor allem landschaftlich wirklich reizvoll.
Vielen Dank für Deine Arbeit und weiter so :-)

Gruss
Marek
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Robert
0 #3 Robert 2012-05-02 19:36
Hallo Reigi,

tolle Tour und schöne Bilder!

Robert
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reigi
0 #2 reigi 2012-04-30 21:10
zitiere Joe:
Hallo Reigi,
Deinen Unmut zum Thema Zusagen kann ich nachvollziehen. Manche wissen halt deine Arbeit nicht hoch genug zu schätzen.
Joe

Ist kein Unmut. Anscheinend gibt es nicht ganz so viele Biker, die sich solche Touren zutrauen. Ich habe das ja von einigen mitbekommen. Und die meisten, die sich trauen, sind inzwischen im (internen) Forum. Da können wir kurzfristiger reagieren und brauchen nicht diesen Aufwand zu treiben. Ist für mich ok so! Aufwand und Nutzen sollten ja schließlich in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.
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Johannes Smets
0 #1 Johannes Smets 2012-04-30 20:52
Hallo Reigi,

super Bericht und tolle Fotos.

Deinen Unmut zum Thema Zusagen kann ich nachvollziehen. Manche wissen halt deine Arbeit nicht hoch genug zu schätzen.

Joe
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