Thomas: Wenn ich vorweg einen Begriff für Limburgs Mooiste abgeben müsste, sowäre dies: GIGANTISCH!!! Das war mit Abstand die beste Radveranstaltung die ich in meinen 6 Jahren auf dem Rad erleben durfte. Über das Heuvelland brauche ich glaube ich nicht mehr viel zu schreiben. Das dies in unserer Region der schönste Platz zum Radfahren ist, dürfte mittlerweile feststehen. Ich beschreibe Euch einfach mal den gestrigen Tag, der für immer auf meiner Festplatte eingebrannt ist.
4:50 Uhr Aufstehen (und Ihr meckert über Reigis Sonntag-Morgen-Früh-Runden :laugh: )
5:30 Uhr Abfahrt
6:00 Uhr Treffen mit Volker, Stefan, Dirk und Holger in MG, Weiterfahrt nach Heerlen
7:00 Uhr Ankunft in Heerlen (man ist das hier alles groß), Räder und Fahrer fahrfertig machen und einschreiben.
Wir hatten uns ja schon im Januar über das Internet eingeschrieben. Für jeden der ca. 18.000 Teilnehmer gab es einen DIN A4 Umschlag, in dem
sich die Startnummer mit 4 Stück Sicherheitsnadeln, Startkarte, Coupons und Infos befanden. Dazu ein nettes Anschreiben über den Ablauf und die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten der 3 Grundrunden (rot=150km, gelb=100km, blau=100km). Wir hatten uns für grün angemeldet, was ein Kombi aus gelb und blau ist. Darüber hinaus gab es noch lila = rot + blau und natürlich oranje = rot + gelb.
7:23 Am Start bekamen wir dann unser grünes Bändchen als Beweis für unsere Teilnahme. An den Farben konnte man auf der Strecke auch immer
sein Gegenüber einschätzen ;) Also erstmal die gelbe 100er. Es war traumhaft, nach wenigen km war man schon bei BESTEM Wetter und
angenehmer Temperatur in das Heuvelland von seiner schönsten Seite eingetaucht. Die erste Verpflegung sind wir durchgefahren und haben
erst bei der zweiten Verpflegung "nachgetankt". Die Verpflegungsstationen waren genauso professionell wie die Einschreibung. Es gab Rosinenbrötchen, Bananen und Wasser. Um den ganzen Müll mit Bechern zu vermeiden, waren quasi Tränken aufgebaut, an denen sich jeder selber bedienen konnte, um die Trinkflaschen nachzufüllen. Es gab auch einen Stand für Getränkepulver. An einigen Verpflegunsstationen gab es aber auch gekühltes Aquarius. Dazu stand dort ein Kühl-LKW indem das Zeug palettenweise zur Verfügung stand.
Eine Unzahl von fleißigen Helfern kam einem schon entgegen um die Getränkedosen geöffnet!!! zu überreichen. Außerdem gab es reichlich
Servicestationen, an denen kleinere Reapraturen ausgeführt werden konnten. An den meisten Verpflegungen gab es auch eine medizinische
Betreuung.
Den Streckenverlauf hänge ich Euch einfach mal an. Die meisten kennen sich im Heuvelland soweit aus, um den Track ein wenig zu beurteilen.
Unser Thomas aus Wassenberg (auch Oetzi genannt, wer sich in der RR-Szenen ein wenig auskennt, kann sich den Namen herleiten) ist

ausgemachter Heuvelland-Experte. Er fährt stundenlang ohne Karte und Navi durchs Heuvelland. Nach der Tour musste er aber feststellen, dass
er ca. 40% der Strecke nicht kannte! Auf den exakt 200km kamen ca. 2.200 Hm zusammen. Die echten Anstiege hatten unten am Einstieg alle
eine Tafel mit dem zu erwartenden Profil einschl. %-Angaben und Längen. Überraschenderweise waren die Klassiker wie Cauberg oder Keutenberg nicht dabei. Es gab aber andere Highlights zum Hochfahren. Aber auch die Abfahrfraktion ist voll auf ihre Kosten gekommen. So ähnlich wie bei den MTB-Strecken ging es teilweise durch asphaltierte Hohlwege rauf und runter. Und ich kann Euch sagen, eine Abfahrt auf dem RR durch so einen Tunnel ist der Hammer. Mit Autos gab es insgesamt sehr wenig Probleme. Das lag auch an der Streckenführung die nur über Nebenstrassen führte. Es gab sogar eine kleine Crosser-Einlage durch feinen Kies.
Zwischendurch ist mach auch immer wieder auf die MTBler gestoßen. Zum einen fand ich diese Zusammenkünfte immer interessant (die Jungs kamen eben irgendwo aus Hohlwegen, die ich teilweise kannte). Auf der anderen Seite waren sie aber auch nicht ganz ungefährlich, nach dem Motto MTB meets RR. Wenn ein Pulk MTBler aus dem Wald geschossen kommt und auf einen Pulk RRler auf der Straße stößt, kann es auch schonmal knallen. Ist aber nix passiert und wir haben uns alle gut verstanden. Die Verpflegungen waren übrigens strikt getrennt.

Die ersten 100 waren wir relativ einsam. Wir waren halt schon sehr früh gestartet. Ich denke, dass die Fahrer die "nur" die gelbe 100er fahren
wollten später gestartet sind. Ab dem Merger mit der blauen wurde es aber zusehends voller. Zu dem Zeitpunkt wurde es auch langsam prickelnd
warm. Ihr kennt ja den Effekt wenn Ihr auf z.B. einer 50er MTB-CTF auf die 30er trefft? Genauso war es auch hier. Wir sind dann halt eben
durch die Reihen gefahren. Höchster Punkt der Strecke war dann bei ca. km 170 der Dreiländerpunkt mit 320 m über NN. Aber auch auf den letzten 30km wurde es nicht wirklich flach. Die Höhenprofile könnt Ihr Euch auf der Homepage ansehen.
Ca. 16:45 Uhr Ankunft im Ziel. Hier mussten wir aber anstehen und über die Ziellinie schieben. Warum? Weil sich eine mehrere Hundert Meter lange Schlange auf voller Wegbreite angestaut hatte. Im Ziel wurde jedem ein eisgekühltes Bier angeboten. Ausgepowert und mit diesem bekannten Lächeln im Gesicht habe wir uns noch an einen Brunnen gesetzt, in dem unser Oetzi seine heißen Füsse gekühlt hat. Sechs Freunde haben diesen langen (etwas über 8 Stunden Fahrzeit) Tag noch einmal Revue passieren lassen. Es wird noch einige Tage brauchen, bis man alle Sinneseindrücke verarbeitet hat. Heute (und morgen) ist jetzt erstmal Trainingspause.
Wer jetzt eine Kaufberatung für ein RR braucht, kann sich gerne melden.

Track

Jochen: So, bin aus der Versenkung zurück.
Nachdem ich Donnerstag leider arbeiten musste und das Trailgewitter leider verpasst hab bin ich Freitag abend mit Robert nach Gulpen gefahren. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, aber wir hatten natürlich keine Ahnung davon, dass im Heuvelland die Post abgeht. Da wir standesgemäss mit dem MTB unterwegs waren und die MTB-Runden an unserer Unterkunft vorbeikamen sind wir Samstag kurzerhand mitten in der 70ger Runde als "Illegale" eingestiegen. Bei traumhaftem Wetter haben wir im Wechsel zwischen knackigen Anstiegen im Wald und flotter Fahrt auf Feldwegen mit traumhafter Aussicht ordentlich Körner gelassen. Trotz der vielen Teilnehmer haben sich die MTB-ler auf der Strecke ziemlich verloren und Stress gab es nur an den Kreuzungen mit der RR-Runde. Thomas hab ich dabei nicht gesehen. Strecke perfekt ausgeschildert und alles gut fahrbar. Für uns war die flamme rouge natürlich mitten auf der Strecke und trotzdem wurden wir von 2 sehr hübschen, leicht bekleideten Damen mit kalten Getränken begrüsst. Wir dann gleich weiter, weil angekündigt wurde, dass bald die Streckenschilder eingesammelt werden und nach knapp 1200hm und einem Anstieg im kleinsten Gang bis zur Unterkunft haben wir uns mit Gerstenkaltschale belohnt. War schon ein Erlebnis, denn die ganze Region fahr ein Fahrradland an dem Tag. Im Gegensatz zu Thomas waren wir heute dann auch noch auf der Strecke und sind kurz vor dem Gewitter wieder zurück gewesen.
Fazit: hätte nicht besser sein können !

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