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In den Jahren 2008 und 2009 war ich im Vinschgau/Südtirol in Bike-Urlaub. Dort habe ich zahlreiche Waalwege kennengelernt und genossen. Waalwege sind in der Vergangenheit dort angelegt worden, um die Bewässerungsgräben instand zu halten. Heute sind diese wunderschönen alten Wege ohne allzu große Steigungen zu beliebten Wanderwegen geworden. Damals schon fiel mir auf, dass es genau diese Art von Wegen auch in der Nordeifel gibt. Kennengelernt habe ich sie zum ersten Mal bei der MMM Omerbach-Land. Ich nenne sie also einfach auch mal Waalwege. Die Idee zur Tour "Eifeler-Waalwege" war geboren.
In der Vorbereitung hatte ich gelesen, dass gerade an Wochenenden diese Wege intensiv von Wanderern genutzt werden und um Rücksichtnahme beim Befahren gebeten wird. Um die heutige Gruppe nicht zu groß werden zu lassen, hatte ich den Termin nicht öffentlich gemacht. Trotzdem waren wir zu acht, als wir uns heute morgen in Zweifall am Hotel Restaurant Galmei trafen. Es war der Tag des legendären Argentinien-Spiels bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika und zugleich der heisseste Tag des bisherigen Jahres. Weil wir zum einen alle früh zu Hause sein wollten um keine Sekunde des Spiels zu verpassen und zum anderen den für den Nachmittag gerade in der Eifel angekündigten Gewitter aus dem Weg gehen wollten, trafen wir uns dort schon früh um 8.00 Uhr. Kurze Zeit später rollten wir dann die Straße ein paar Meter rauf ... und hatte uns schon verfahren. Die Straße war ein Sackgasse und der Trail war (nach einigem Suchen) auf der anderen Bachseite. Also wieder zurück und dann ging es auch schon los mit den tollen Trails entlang des Vichtbachs. Wir waren gerade 2 Kilometer unterwegs, da verloren wir den Track. Naja, besser gesagt, wir verloren nicht den Track, sondern konnten ihm nur folgen, indem wir uns durch Brennnessel und Brombeeren kämpften. Am Ende der Schiebepassage stellten wir fest, dass der Trail mittlerweile wohl von oben rechts kam (den Track, den ihr runterladen könnt, habe ich berichtigt). Egal, die folgenden Wege machten die Mühe mehr als wett. Schließlich kam wir mit einem breiten Grinsen am Ortseingang von Roetgen an. Ein paar Meter auf Asphalt und dann links ab auf den ersten "Waalweg", de Schleebachgraben, dann links ab vorbei am Dreilägerbach. Nach ein paar Metern auf einem breiten Schotterweg folgte dann das absolute Highlight des heutigen Tages, der Hasselbachgraben, der sich über 5 Kilometer lang durch den Wald windet. Wir unterbrachen den wilden Ritt nur, um eine mir bekannte Wurzelpassage parallel zur L12 zwischen Mulartshütte und Lammersdorf mitzunehmen. Im nachhinein keine so gute Entscheidung, weil wir den Rest des Weges zum Hasselbachgraben auf breiten Waldautobahnen absolvieren mussten. Aber auch diese Passage war mal zu Ende und wir bogen wieder auf den Hasselbachgraben ein. Bemerkenswert fand ich die Stille während dieser Fahrt. Ich hörte nur das Schmatzen meiner Gabel und das Abrollgeräusch der Reifen. Keiner sagte etwas . Ich denke, alle genoßen nur einfach diese Fahrt und die "höchschte Konzentration", wie Jogi Löw sagen würde, tat ein übriges zu den wenigen Worten. Wie sagte Sebastian am Ende des Hasselbachgrabens mit einem breiten Grinsen: "Das waren die Bilder für das Kopfkino". Thomas K., der heute wieder die Kameraführung hatte, ist es nicht gelungen, allzu viele Fotos beim Befahren der Gräben zu schießen. Das lag zum einen daran, dass auch er der Faszination des Flow erlegen ist und zum zweiten, dass er der einzige in der Gruppe mit einem Hardtail war. Selbst als wir ihm zum Fotoshooting einen Vorsprung einräumten, hatten wir ihn kurze Zeit später wieder eingeholt. Also definitive Empfehlung für die "Waalwege" ist ein Fully. Auf Schotter vernichteten wir dann noch ein paar Höhenmeter bis wir schließlich an der Hauptstrasse ankamen, die wir nach 35 Kilometern als Abkürzung vorgesehen hatten, falls die Zeit uns ausgegangen wäre oder die Gewitter früher als angekündigt gekommen wären. Aber alle waren noch so fit, dass sie noch mal 15 Kilometer dranhängen wollten. Zuerst hieß es mal wieder eine längere Passage zu klettern. Das ging ganz gut auf geschotterten Wegen. Diese 2. Passage hatte ich aus einem Track geschnitten, den ich aus dem Internet runtergeladen hatte. Leider hielt er nicht ganz das, was ich mir davon versprochen hatte. Meist auf breiten Waldautobahnen vernichteten wir die vorher erstrampelten Höhenmeter. So ließen wir es dann (notgedrungen) wieder nach Vicht runterrollen (allerdings auf dem letzten Kilometer auf einem rasanten Downhill). Dort hatte ich eigentlich vor, die restlichen Kilometer des Weges nach Zweifall als abschließendes Highlight die Trails im Waldstück parallel zur Straße zu nehmen. Leider hatten dort die Holzfäller gewütet und so mussten wir notgedrungen statt der Trails im Wald den Radweg nehmen. Mitten in der Mittagshitze erreichten wir unsere Autos wieder. Beim Öffnen der Türen stellten wir erst fest, WIE heiß es eigentlich geworden war. Wir selbst hatten durch den kühlenden Fahrtwind und den schattenspendenden Wald gar nicht so viel davon mitbekommen. Ein kühles Getränk oder/und ein Eis sorgte dann dafür, dass es auch dem inneren Mensch heute gutging.
Fazit: Der Vinschgau liegt näher als viele denken. Hier aber zum Vergleich noch mal ein Bild aus dem Bike-Urlaub 2009:
Den Track der heutigen Tour, der natürlich wie immer um Verfahrer bereinigt und crossfree ist, könnt ihr mit diesem Link runterladen. Alle Bilder der findet ihr bei Picasa.
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Kommentare
Das haben wir auch versucht und auch nach Alternativen gesucht. Sind dann umgekehrt, als wir merkten, dass nichts ging. Ist schon schade, dass tolle Trails leider immer wieder zerstört werden, aber kommt entweder durch Waldarbeiten oder die Natur selbst immer wieder vor.
Wir waren so blöde, in Vicht hinter der Tankstelle tatsächlich über die Bäume zu klettern, in der Hoffnung, den Trail dahinter fahrbar vorzufinden. Es folgten aber immer wieder Baumstämme, ansonsten war der Weg kaum noch zu erkennen, so zugewuchert war alles. Der Rest der Tour belohnte aber reichlich. An Schlee- und Hasselbachgrabe n kamen uns gerade mal eine Handvoll Wanderer und andere MTBler entgegen, obwohl es ein sonniger (und nicht allzu heißer) Sonntagnachmitt ag war.
Dank GPS kann ich Strecken fahren, die ich ansonsten nicht mal erahnt hätte. Aber was nützt das Gerät, wenn es nicht mit solch supergeilen Inputs gefüttert wird. Vielen Dank Reigi!!!!!
Gruß
Thomas
Dank an den Tourguide. Vielleicht gehts ja bald wieder in die Eifel
Danke an das Kamerakind und den Scout.
Nette Truppe, super Wetter, geile Trails was will man mehr !
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