Update 29.08.2016: Die Frage, ob das Blackview BV 5000 mein ideales Smartphone-Navi ist, habe ich in diesem Artikel beantwortet.

Vor kurzem ist mein altes Outdoor(stoßfest + wasserdicht)-Smartphone, ein Samsung Xcover2, das ich sehr gerne zum Navigieren beim Biken benutzt habe, durch eine Dummheit von mir  in die ewigen Smartphone-Jagdgründe eingegangen. Auf dem Foto rechts lebt es noch. Ich war also auf der Suche nach einem Neuen und hatte zunächst mal den Nachfolger des Xcover2, nämlich das Samsung Xcover3 ins Auge gefasst.

Uwe überlegte auch, ob er zusätzlich zum Navi mal ein Smartphone ausprobieren sollte und schrieb am Donnerstag im Forum

bin ganz aktuell auch im Navi-Umbruch
Bisher hab ich das Edge 1000 genutzt und bin auch ganz zufrieden damit.
Neue Tracks lassen sich wunderbar mit basecamp draufspielen und nachfahren

Zuletzt habe ich aber erneut z.B. im Aachener Wald gesehen, wo die Traildichte sehr hoch ist,
dass es auf einem Smartphone besser dargestellt wird.

Werde die nächsten Ausfahrten parallel mal mit Smartphone und der Software Locus probieren

Dass er schon ein neues Smartphone gekauft hatte, hat er nicht geschrieben. Da kommt er doch am Sonntag angeradelt und präsentiert mir stolz seine neuester Erungenschaft. Ein Chinaphone! Er hatte sich mal auf die Suche begeben und war bei einem Outdoor-Phone aus China für ca. 150 € gelandet und für sich entschieden: "Das Geld riskier ich mal und probier es aus". Er war ganz begeistert und berichtete, dass auch andere in ihren Bewertungen durchaus Positives zu berichten wussten. Vor allem der 5000 mAh-Akku hatte es ihm angetan. Ich nahm es mal in die Hand. Boah, was für ein Trümmerteil! Sah sehr robust aus und vor allem ziemlich schwer. Da dürfte aber zu einem großen Teil der dicke Akku mit verantwortlich sein. Und das Phone sollte ja schließlich nicht in der Hosentasche mitgeführt werden, sondern seinen Platz am Bike finden. Da spielt das bißchen (Mehr-)Gewicht nicht so die große Rolle.

Wieder zu Hause angekommen habe ich dann zuerst mal die Spezifikationen der beiden Kandidaten verglichen

  Xcover3 Blackview BV 5000
Android-Version 4.4.4 5.1
RAM 1,5 2
int. Speicher 8 GB 16 GB
max. mit Speicherkarte 64 GB 32 GB
Display-Größe 4,5 Zoll 5,0 Zoll
Auflösung 800 x 480 720 x 1280
Kamera 5 MP 8 MP
Bluetooth 4.0 4.0
WLan 802.11 b/g/n 802.11 b/g/n
GPS   GPS/A-GPS
Akku 2200 mAh 5000 mAh
Größe 133 x 71 x 10 150,6 x 78,1 x 13,3
Gewicht 153gr 246gr
4G/LTE ja ja
Dual-SIM nein ja
NFC ja nein
Besonderheiten 3 Hardkeys +
"blaue" Taste
3 Softkeys
Preis ca. 180 € ca. 150 €

 

Letztendlich ließen dann der riesige Akku und die Displaygröße und -auflösung das Pendel zu Gunsten des Blackview ausschlagen. Das Blackview gibt es in 3 verschiedenen Farben: schwarz, orange und camouflage. Ich entschied mich, bei Amazon zu kaufen. Als Farbe wählte ich orange. Falls das Bike mein Phone mal abwerfen sollte, würde orange im Gebüsch am hellsten leuchten. Man hätte zwar auch direkt in China zu einem um ca. 30 € günstigeren Preis bei einem Online-Shop ordern können, aber dann hätte ich mehrere Wochen auf das Gerät warten und zudem noch Steuer + Zoll entrichten müssen. Stiftung Warentest hat zu diesem Thema vor kurzem einen informativen Artikel veröffentlicht.

Wenige Tage später klingelte der Paketdienst. Die Verpackung machte schon mal einen wertigen Eindruck. Im Karton befinden sich neben dem Smartphone + Akku noch eine kurze Anleitung, ein (spezielles) USB-Kabel mit einem etwas längeren Micro-USB Stecker (das Gegenstück am Phone selbst liegt wegen des umlaufenden Schutzes etwas tiefer), ein weiteres (kurzes) Verbindungskabel USB-normal - Micro-USB, ein Tütchen mit 10 Schrauben und einem Schraubendreher und sogar ein In-Ear-Kopfhörer.  Die Schrauben dienen dazu, die Rückseite fest mit der Vorderseite zu verschrauben. Über den Akku-Kontakten befindet sich eine Folie, die entfernt werden muss. Darauf wird in der Anleitung leider nicht hingewiesen. Dort steht allerdings, dass der Akku vor dem ersten Aufladen zunächst einmal komplett entleert werden sollte. Die vorhandene Ladung reichte aber, um zunächst mal einen 1. Blick aufs Display zu werfen (wow, sieht gut aus), mich bei Google anzumelden, erste Einrichtungen vorzunehmen und vor allem die Navi-App Locus zu installieren. Dabei stellte ich fest, dass sich das Smartphone im Vergleich zum alten Xcover2 wesentlich flüssiger bedienen lässt. Der Touchscreen reagiert gut und die Apps starten schnell. 

Mittlerweile kann ich auch über erste Erfahrungen outdoor berichten. Der erste gute Eindruck hat sich verfestigt. Die Navigation ist ein Genuß mit dem großen, klaren, detailreichen und bis jetzt immer gut ablesbaren Display. Es ist nochmal eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Xcover2. Und das war gegenüber dem Garmin Edge 705 schon ein Quantensprung. Noch lieber schaue ich derzeit aber noch den Batteriestand an. Nach einer 3-stündigen Fahrt mit ständiger Display-Anzeige und maximaler Helligkeit sowie aktivierter Aufzeichnungsfunktion werden immer noch 75%(!) Restkapazität angezeigt. Hochgerechnet würde das ununterbrochene 12-stündige Nutzung bedeuten. Ich hoffe, die guten Erfahrungen bestätigen sich auch im Dauerbetrieb. Und sollte es nicht so sein, waren meine Erfahrungen nicht mit einem allzu großen Geldverlust verbunden.

Wie ich das Blackview BV5000 mit dem Bike verbunden habe, werde ich in Kürze in einem extra Artikel schildern (inzwischen fertig, Link). Seid gespannt auf Reigis kleine Bastelstunde. Eventuell kann ich mich auch noch zu einer Anleitung, wie Locus auf dem Smartphone installiert und konfiguriert wird, durchringen (auch inzwischen fertig Link).