Update 5.04.2017: Vorausschicken möchte ich, dass das Samsung-Handy mittlerweile wieder durch ein Blackview BV5000 ersetzt wurde. Warum und wieso? Das steht im Update des Artikels GPS & Co. - Smartphone statt Garmin?. In den Kommentaren zu diesem Artikel stellte Pius die Frage, wie er das Handy sichern kann, ohne die Wasserdichtheit zu gefährden. Beim BV5000 habe ich das wie es auf den Bildern zu erkennen ist, gelöst. Außerdem könnt ihr sehen, dass die Halterung beim Specialized Levo diesmal auf dem Vorbau statt auf dem Oberrohr befestigt ist. Der Grund ist, dass das Oberrohr des Levo etwas mehr abfallend konstruiert ist und die Ablesbarkeit des BV5000 dadurch leidet. Damit ist das Handy zwar an einer etwas exponierteren Stelle befestigt, aber trotzdem noch durch die Zug-Außenhüllen bei einem Sturz geschützt. 

Update 30.08.2016: Anfang des Jahres stellte ich euch meine selbstgebastelte Smartphone-Halterung vor. Heute sind wir ca. ein halbes Jahr weiter und ich habe weiter getüftelt, probiert, verworfen, was anderes ausprobiert, getüftelt, probiert, verworfen usw. usw. UND ich habe ein anderes Smartphone. Welches und warum habe ich im Artikel GPS & Co. - Smartphone statt Garmin beschrieben. Inzwischen bin ich soweit, dass ich denke, die für mich beste Lösung gefunden zu haben und stelle sie euch vor:

Vorausschicken möchte ich, dass ich es nicht mag, wenn das Smartphone ein paar Zentimeter oberhalb der Halterung "schwebt". Zudem möchte ich es schnell lösen können. Jetzt aber los:

In der Praxis hat sich für mich herausgestellt, dass eine Befestigung auf dem Oberrohr statt auf dem Vorbau sinnvoller ist. Das Smartphone ist geschützter und lässt sich (fast) genauso gut im Blick halten. Mit dem Knie berühre ich es sehr selten und wenn es mal bei einem extremen Lenkereinschlag oder aus sonstigen Gründen vom Oberrohr geschlagen wird, habe ich es mit einer Handschlaufe gesichert.

Diese gibt es sowohl mit als auch ohne Klickverschluss. Damit ihr wisst, was ich meine, habe ich mal 2 aus dem großen Angebot von Amazon hier und hier verlinkt. Ich habe mich für die flexiblere Lösung mit Klickverschluß entschieden.Die Schlaufe ist an einer Silikonhülle befestigt. Diese Handycover gibt es ja fast für jedes Smartphone in vielen Ausführungen. Auf der Rückseite habe ich die Hülle mit dem weichen Klettband beklebt. Nur wenn ich das Phone zum Biken mitnehme, kommt es in die Hülle. Sie bietet nochmal einen zusätzlichen Schutz.

Das Klett-Gegenstück, also das mit den Widerhaken, ist auf einer kleinen Platte, die ihr schon aus meiner ursprünglichen Anleitung kennt, befestigt. Es hat sich herausgestellt, dass eine Breite von 4-5 Zentimeter ausreicht, um das Smartphone sicher zu fixieren. Dadurch ist die Platte nur so breit wie das jeweilige Oberrohr meiner beiden Bikes. Die Platte habe ich an jeder Längsseite oben und unten eingekerbt und dann dort mit Kabelbinder am Oberrohr befestigt. Zum Schutz des Oberrohrs gegen Abrieb durch die Kabelbinder habe ich es mit einem Stück Schlauch umwickelt. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Platte bisher sehr gut gegen ein Verrutschen gesichert ist. Solltet ihr die Halterung mal demontieren wollen, ist das schnell geschehen und genauso schnell wieder befestigt.

Für Bikes mit einem breiten und flachen Oberrohr habe ich noch eine andere Möglichkeit gefunden. Eigentlich als Schlagschutz für Kettenstreben gedacht, wird das Slapper-Tape hier zweckentfremdet. Das Slapper-Tape ist ein kräftig gummiertes selbstklebendes Band. Es soll angeblich rückstandsfrei wieder entfernt werden können. Dafür übernehme ich aber keine Garantie, weil ich es das Entfernen bisher noch nicht getestet habe. Zwei Stücke Slapper-Tape werden also parallel nebeneinander auf das Oberrohr geklebt und darauf dann das Klettband mit den Widerhaken. Wozu das Slapper-Tape darüber hinaus verwandt werden kann, zeigt Leo Kast in einem Video.

Blieb also nur noch ein Problem zu lösen und zwar die Energieversorgung. Einer der Gründe warum ich mich Anfang des Jahres für das Blackview entschieden hatte, war sein starker 5000mAh-Akku. Das Samsung S4 active hat nur ca. die Hälfte und nach ca. 3-4 Stunden war der Akku leer. Die Lösung: eine Powerbank, also ein externer Akku. Welcher von den gefühlt hunterttausenden sollte es denn sein und wie befestigte ich den am besten? Mittlerweile habe ich 3 Stück ausprobiert. Zwei mit einer Kapazität von 10.000 mAh. Die haben natürlich so ihr Gewicht und ihre Größe. Und einen kleinen mit 3.200 mAh, der schmal und leicht ist. Ich habe zur Befestigung der Powerbanks mit diversen Silikonhalterungen (unter anderem diesen) und Gummiringen experimentiert und auch die Powerbanks als "Platte" für das Smartphone probiert. Sah aber alles zu klobig aus. Bis mir die Idee kam. Meine Flaschenhalterung ist verwaist, weil ich immer mit Rucksack und Trinkblase fahre. Könnte man die Powerbank nicht in einer Trinkflasche unterbringen? Je nach Größe und Öffnung der Trinkflasche und passender Größe der Powerbank ist das problemlos möglich (Ich nutze die kleine. Mehr als 8 Stunden muß diese Kombilösung normalerweise nicht durchhalten. Und wenn doch, kann ich immer noch eine der großen im Rucksack mitnehmen). Das Verbindungskabel habe ich durch den "Nuckel" geführt. Somit ist die Energieversorgung auch noch weitgehend gegen Nässe geschützt. Das überschüssige Kabel verschwindet  in der Trinkflasche und es bleibt sogar noch Platz für den Großteil meines Werkzeugs, das ich bisher im Rucksack auf dem Rücken mitgeschleppt habe (immerhin 400 Gramm). Perfekt! Wie ich übrigens mittlerweile festgestellt habe, ist es gar nicht so einfach, Trinkflaschen mit großen Öffnungen zu finden. Wem das nicht gelingt, kann natürlich auch nach sogenannten "Werkzeugflaschen" suchen. Amazon listet mehr als 10 verschiedene auf. Ich persönlich habe seit einigen Tagen diese mit Reißverschluß im Test. 

Wer nicht selbst basteln möchte, kann sich auch an André's Lösung orientieren, die ihr am Schluß dieses Artikels findet. Von Quad Lock gibt es auch eine Klebealternative, die wesentlich flacher baut. Wer dem Klett nicht traut oder wie ich eine flachere Lösung sucht, könnte es natürlich auch mal mit meiner Bastelanleitung und der Klebealternative probieren. Getestet habe ich das nicht.

Update-Ende-------------------------------------------------------

Im Artikel "BV 5000 .." hatte ich ja versprochen, euch meine selbstgebastelte Lösung, wie ich das Smartphone beim Biken immer im Blick habe, zu zeigen. Sicherlich gibt es mittlerweile eine Menge Kauflösungen. Aber entweder sind sie mir persönlich zu klobig, zu unhandlich, zu unsicher, zu teuer und und und... Googlet mal nach "Smartphone Halterung Mountainbike". Ihr werdet erschlagen von der Vielzahl von Lösungen. Meine Lösung ist preiswert und das Smartphone lässt sich bei Bedarf blitzschnell von der Halterung lösen. Bisher bin ich mit einer solchen Halterung  ca. 7.000 Kilometer gefahren.  Noch nie hat sich die Verbindung gelöst und ich finde, sie sieht auch noch gut aus. Los geht's

 

Dieses Werkzeug braucht ihr: Bleistift, Lineal, Säge mit feinem Sägeblatt (in meinem Fall eine einfache Laubsäge), Schlitz-Schraubendreher, Hammer, Cuttermesser

Und folgendes (wenige) Material: 1 Trägerplatte (in meinem Fall Kunststoff aus dem Baumarkt für ein paar Euro. Auf dem Aufkleber steht "Simopor, 3mm, 500 x 250 mm"), Klettband zum Kleben (die positiven Erfahrungen zu diesem Klettband kann ich bestätigen), 2 Kabelbinder

 

Dann wird die richtige Größe der zuzuschneidenden Trägerplatte ermittelt. Im Beispiel habe ich eine Hülle für ein Smartphone verwandt, die es in verschiedenen Ausführungen und Materialien zu kaufen gibt. Die Trägerplatte habe ich im Maß 5 x 8 cm zugeschnitten.

Ehe wir jetzt weitermachen, prüfen wir zuerst mal, ob die zugeschnittene Trägerplatte passt.

Wo wir gerade dabei sind und die Platte passend auf dem Vorbau aufliegt, schauen wir jetzt mal, wo wir denn im nächsten Schritt die Schlitze für die Kabelbinder anbringen müssen und markieren die Höhe mit einem Bleistiftstrich. 

Ein Vorbau ist meist so um die 3cm breit. Unsere Trägerplatte ist 5cm. Also müssen die Schlitze an jeder Seite 1cm vom Rand entfernt sein (5 - 3 = 2 : 2 = 1). Und zwar auf Höhe der vorher markierten Stellen.

Jetzt kommt der Schlitz-Schraubendreher und der Hammer ins Spiel. Der Kunstoff der Trägerplatte ist relativ weich. Schraubendreher auf den Markierungen ansetzen und mit 1-2 Hammerschlägen einen Schlitz in die Trägerplatte treiben. Bitte dran denken, etwas unterzulegen.

Im nächsten Schritt bekleben wir die Platte mit Klettband und zwar dem rauhen mit den Widerhaken

Für die Kabelbinder schneiden wir jetzt mit dem Cuttermesser eine "Gasse" in das Klettband (ich weiß, könnte etwas gerader sein).

Dann ziehen wir die beiden Kabelbinder durch die Schlitze. Die Ösen des Kabelbinders sollten in etwa eine solche Länge haben, dass sie unter dem Vorbau landen, wenn der Kabelbinder zugezogen wird. Übrigens gibt es auch wiederverwendbare Kabelbinder. Ich persönlich nehme aber immer mein Smartphone mit, wenn ich bike. Insofern nehme ich die Halterung auch nicht ab.

Dann wird die Rückseite der Smartphone Hülle, bzw. des Smartphones mit dem weichen Klettband beklebt. Mein Blackview BV5000 ist ja ein spezielles Outdoor-Smartphone, das ich auch "nur" als Zweitgerät zur Navigation nutze. Deshalb kann ich das Klettband auch direkt auf die Rückseite kleben und brauche keine zusätzliche Schutzhülle zu verwenden.

Jetzt befestigen wir die Halterung auf dem Vorbau. Wie ihr vielleicht erkennen könnt, besteht die Gefahr, dass sich die Platte etwas durchbiegt, wenn ihr die Kabelbinder zu fest anzieht. Ich habe das vermieden, indem ich einen Gummipuffer zwischen Vorbau und Platte geklemmt habe. Schaut mal genau aufs letzte Bild.

Jetzt sind wir schon soweit, dass wir das Smartphone mit der Halterung verbinden können. Einfach drauflegen und mal kurz andrücken. Versucht mal, die Verbindung zu lösen. Da dürftet ihr schon merken, wie fest das Phone sitzt.

Wie ich schon bei der Einleitung geschrieben habe, hat sich diese Verbindung auf 7.000 gefahrenen Kilometern noch nie gelöst und wenn es auch noch so rumpelig wurde. Trotzdem übernehme ich natürlich keine Garantie und erst recht keine Haftung. Wer sein wertvolles Gerät zusätzlich sichern möchte, kann natürlich noch einen Gummiring über den oberen Teil ziehen, so wie ihr auf dem Foto erkennen könnt.

Manche werden jetzt sagen, das könnte auch etwas akkurater oder sauberer oder professioneller aussehen. Ich bin kein Techniker/Handwerker und für mich ist diese Lösung einfach nur praktisch. Die Platte selber sieht man ja auch nur, wenn das Smartphone nicht aufgelegt ist. Und damit komme ich noch zu einem zusätzlichen Vorteil der Klette. Einfach mal ein Foto zu schießen ist ohne langes Kramen nach dem Smartphone möglich und ganz Geschickte machen das sogar während der Fahrt. Viel Spaß beim Basteln.

Update 04.04.2016:  André stellt in seinem unten stehenden Kommentar seine etwas professionellere Lösung, die "Quad Lock Halterung" vor. Dort findet ihr auch einen Link zu Amazon. André's Bilder habe ich ergänzt: