Im Artikel GPS & Co. - Locus - Installation und Einstellungen habe ich euch "meine" Konfiguration von Locus gezeigt. So wie es bei den Einstellungen "meine Konfiguration" gibt, so gibt es auch "meine" Vorgehensweise beim Laden, Nachfahren und Aufzeichnen von Tracks. Und die möchte ich euch in diesem Artikel vorstellen. Es gibt, wie ich seit Beginn meiner Locus-Nutzung feststellen konnte, weitere Möglichkeiten und ich bin sicher, noch nicht alle entdeckt zu haben. Falls ihr andere Tipps habt, dann raus damit und ab in die Kommentare. Dadurch profitieren auch weitere Biker von eurem Wissen. Und wenn ihr Locus, das es ja nur für Android-Systeme gibt, nicht nutzen möchtet oder könnt, findet ihr im Artikel "GPS & Co. - Apps" Alternativen.

So, genug der Vorrede, jetzt gehts zur Praxis. Mit "meiner" Vorgehensweise habt ihr eine praxiserprobte und funktionierende Möglichkeit. Vorab noch der Hinweis, dass diese Anleitung grundlegende Kenntnisse im (Smartphone-)Betriebssystem Android und dem PC voraussetzt.

Track laden

Zuerst lade ich den Track (im .gpx-Format) auf meinen PC runter. Wie das geht, habe ich im Artikel GPS & Co. - wie kommt ein Track aufs Navi beschrieben (als Beispieltrack hatte ich die Heimatkunde 1 ... gewählt). Um ihn problemlos in Locus importieren zu können, speichere ich diese Datei in dem Dropbox-Ordner auf meinem PC (dort habe ich dafür einen Unter-Ordner "GPX" angelegt). Dann nehme ich mein Smartphone, starte Locus und tippe doppelt auf den Bildschirm.

Alternativ kann ich natürlich auch direkt mit dem Smartphone mit dem Android-Browser entweder www.MTB-Heinsberg.de/Zum Nachfahren  oder www.GPSies.com ansurfen und den Track lokal auf dem Smartphone oder mit dem Phone in meiner Dropbox oder meinem Google Drive speichern.

Daraufhin wird die obere Funktionsleiste angezeigt. Die habe ich unter "Einstellungen" > "Karte - Bedienung & Leisten" > "Funktionsleiste einstellen" so konfiguriert:

Anschließend tippe ich auf die 3 horizontalen Striche oben links und im sich dann öffnenden Bildschirm auf "Importieren" (= Bild 1)(alternativ direkt in der oberen Funktionsleiste auf das 2. Symbol von rechts tappen). Es öffnet sich der "Datei wählen"-Dialog (= Bild 2). In der oberen Zeile gibt es 4 Auswahlmöglickeiten: Lokale Datei, Dropbox, Google Drive und externe Datei. Da ich in diesem Beispiel die mit dem PC importierte Datei in der Dropbox abgelegt habe, wähle ich diesen Eintrag aus und wechsle ggf. in den Ordner "GPX". Dort wird mir unter anderem jetzt auch die Track-Datei zur "Heimatkunde 1" angezeigt (= Bild 3). Ich tippe die zu importierende Datei an und es öffnet sich ein Dialogfenster (Bild 4), das ich mit JA bestätige. Nachdem die Übertragung erfolgte, öffnet sich ein weiteres Fenster (Bild 5). Hier kann ich angeben, in welchen Ordner der Track importiert werden soll und habe unter "ERWEITERT" noch einige andere Optionen. Ist der Import abgeschlossen, wird mir der Track in der Karte angezeigt (so hatte ich es ja unter "ERWEITERT" eingestellt) (Bild 6).

Tracks verwalten und einstellen

Diesen Abschnitt beginne ich zuerst mal mit der Trackverwaltung, denn ich muss mir ja zunächst mal einen Track (oder mehrere Tracks) aussuchen, den/die ich nachfahren möchte. Die Trackverwaltung erreiche ich, indem ich wieder doppelt auf den Bildschirm und in der dann erscheinenden Funktionsleiste auf die 3 horizontalen Striche oben links tippe und im sich dann öffnenden Bildschirm auf "Tracks" (= Bild 1)(alternativ direkt in der oberen Funktionsleiste auf das 3. Symbol von rechts tappen). Es öffnet sich die Trackverwaltung (Bild 2). Dort habe ich 2 Ordner. In "Meine Tracks" habe ich den Track der "Heimatkunde 1" importiert. Die "1/6" heisst, dass sich insgesamt 6 Tracks darin befinden und einer davon auf der Karte angezeigt wird.


weitere Einstellungen: Rechts davon gibt es noch 3 senkrechte Punkte. Tippe ich diese an, habe ich einige generelle Ordnerfunktionen. Neben dem Im- und Export und dem Löschen des gesamten Ordners kann ich mit "Bearbeiten" die Grundeinstellungen des Ordners festlegen (Bild 4). Eine wichtige Einstellung ist der Linienstil (in diesem Fall gilt die Einstellung als Vorgabe für den Ordner. Wir werden später noch sehen, wofür wir die brauchen können). Mit einem Tap auf die Linie erreiche ich die Einstellungsmöglichkeit für die Linie (des Tracks, der auf der Karte angezeigt wird) (= Bild 5).


Im Ordner "Rec" werden aufgezeichnete Tracks abgelegt. Dazu später noch mehr. Ein Tap auf den Schriftzug "Meine Tracks" öffnet die Einzelansicht der importierten Tracks (Bild 3). Dort werden Einzelheiten wie Importdatum, Durchschnittsgeschwindigkeit, Länge und Dauer angezeigt. Ganz rechts seht ihr so etwas wie ein Auge. Ist das nicht durchgestrichen und blau unterlegt, wird der Track auf der Karte angezeigt und wenn es durchgestrichen ist und nicht blau unterlegt ist, dann eben nicht. Wie ihr unschwer erkennt, können also auch mehrere Tracks gleichzeitig (und in verschiedenen Farben) angezeigt werden.

 

Jetzt möchte ich noch die Darstellung des Tracks auf der Karte anpassen. Ich tappe also in der Einzeltrack-Darstellung auf "Heimatkunde 1" (= Bild 1). Es öffnet sich eine weitere Seite. In der ersten Zeile werden Unterpunkte für Information, Statistiken, Diagramm (hier kann man sich übrigens das Höhenprofil anzeigen lassen) und Abschnitte angezeigt. Mich interessiert derzeit nur der Unterpunkt Information und zwar möchte ich den Linienstil verändern. Dazu tappe ich die Linie an (= Bild 2). Es öffnet sich ein Fenster "Linienstil". Hier habe ich 2 Möglichkeiten. Entweder ich setze den Schieberegler (oben rechts) auf "Ordnerstil verwenden", dann wird der Stil verwandt, den ich als Voreinstellung für den Ordner "Meine Tracks" gesetzt habe (siehe 2 Abschnitte vorher) oder ich deaktiviere den Schieberegler und ich kann die Einstellungen individuell vornehmen (= Bild 4). Mit einem Tap auf "Erweiterte Optionen anzeigen" kann ich das Aussehen noch individueller gestalten (siehe dazu auch "Update 26.04.2016" etwas weiter unten).

Wechsle ich jetzt wieder in die Kartendarstellung (mit der "zurück"-Taste/Schaltfläche), sehe ich, dass der Track mir in der Farbe/Breite, die ich vorher eingestellt habe, auf der Karte angezeigt wird (= Bild 6). 

Track nachfahren

Jetzt komme ich zum Wichtigsten. Wie kann ich denn jetzt einen Track nachfahren? Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass es am sinnvollsten ist, NICHT die Navigation/Zielführung zu verwenden, wie sie in Bild 1 und 2 zu erkennen ist. Die einfachere Möglichkeit, die ich und wahrscheinlich die meisten anderen auch nutzen, klingt ganz simpel:

1. Ihr lasst euch den Track auf der Karte anzeigen und zoomt so weit rein, wie es für euch angenehm erscheint

2. Euer derzeitiger Standort wird als Pfeil auf der Karte angezeigt (erst bei Bewegung sichtbar) und wird bei Bewegung mitgeführt. (= Bild 3)

3. Ihr achtet darauf, dass der Pfeil immer auf der Linie bleibt. That's it.

Wenn ihr vergessen habt, welche Fahrtrichtung (mit oder gegen den Uhrzeigersinn) vorgeschlagen ist, bietet Locus ein sehr schönes Feature. Tippe ich den Track in der Kartenanzeige an, ändert sich die Farbe und es werden Richtungspfeile angezeigt (= Bild 4). Ein Tap neben den Track schaltet wieder um.

Außerdem wird ein Info-Popup eingeblendet und das hat es, wie ich erst vor kurzem entdeckt habe, in sich.
In der 1. Zeile wird der Name des Tracks angezeigt.
In der 2. Zeile von links nach rechts: Nummer des Trackpoints, Kilometer ab Start, Kilometer bis zum Ziel
In der 3. Zeile von links nach rechts: Höhe über 0, noch zu fahrende Höhenmeter bergab, noch zu fahrende Höhenmeter bergauf

So könnt ihr während der Fahrt mit nur einem Tap auf den Track in der Nähe eures Standorts angezeigt bekommen, wieviele Kilometer, bzw. Höhenmeter noch vor euch liegen und wieviel ihr schon absolviert habt.

Update 26.04.2016: Uwe D. machte mich auf ein mir bisher nicht bekanntes Feature von Locus aufmerksam und zwar den Track nicht als Linie, sondern im Pfeil-Design dazustellen. Das geht so (und zwar für den gesamten Ordner oder einzelne Tracks): Im Fenster "Linienstil" klappt ihr die Auswahlbox unter "Stil" aus (Bild 1). In der Auswahlbox dann runterscrollen (das hatte ich bisher nicht getan). Am Ende der Liste tauchen 3 Linienstile im Pfeil-Design auf (Bild 2). Einen davon auswählen, ich habe mich für den letzten entschieden. Das Fenster "Linienstil" sieht dann so aus wie im Bild 3. Ihr könnt jetzt noch etwas mit den Einstellungen unter "Modus", "Farbe" und "Breite" herumspielen, bis ihr eine für euch passende Ansicht gefunden habt. Im Bild 4 könnt ihr sehen, wie der Track dann auf der Karte dargestellt wird. Diese Ansicht hat folgende Vorteile:
1. Direkt wenn ihr beginnt, den Track nachzufahren könnt ihr sehen, in welche Richtung es geht.
2. Wenn Streckenteile doppelt befahren werden oder sich kreuzen (der Track also nicht crossfree ist) könnt ihr in vielen Fällen besser erkennen, wo es langgeht. Im Bild 4 könnt ihr sehen, dass es zunächst geradeaus geht und beim Rückweg der Track "von oben" kommt. Danke für den Tipp, Uwe.

An dieser Stelle passt auch die folgende Anmerkung gut: Bei der Track-Anzeige und -Aufzeichnung kann es immer mal zu kleineren Abweichungen zwischen der Darstellung auf der Karte und dem Track kommen. Verantwortlich dafür ist zum einen die Qualität des im Gerät verbauten GPS-Empfängers, aber auch die Genauigkeit des GPS-Signals. GPS ist ja satellitengestützt und auf die große Entfernung zwischen GPS-Gerät und Satelliten sind Abweichungen, die sich meist im Rahmen von 5-10 Metern bewegen, völlig normal. Hinzu kommen natürlich auch noch äußere Einflüsse. So kann die Verbindung zwischen Gerät und Satelliten z.B. durch dichten Wald oder Schluchten beeinträchtigt sein. Auf den beiden folgenden Bildern habe ich mal an 2 Stellen verdeutlicht, wie Abweichungen aussehen können (in rot die Aufzeichnung des BV 5000 und in gelb die des Garmin Edge 705).

Bevor ich euch im letzten Abschnitt noch zeige, wie ihr eure Touren mit Locus aufzeichnen könnt, möchte ich euch noch ein paar Infos zum Hauptfenster, also das, in dem die Karte angezeigt wird, geben. Habt ihr die Einstellungen so vorgenommen, wie ich sie im Artikel  GPS & Co. - Locus - Installation und Einstellungen vorgeschlagen habe, wird die untere Funktionsleiste immer und die obere mit einem Doppeltap auf den Bildschirm angezeigt. Die untere Funktionsleiste zeigt folgende Schaltflächen von links nach rechts:

1. Wenn blau unterlegt, wird die Karte an deine aktuelle Position bewegt

2. Wahlmöglichkeit zwischen "Karte wird nicht in Fahrtrichtung gedreht" (= nicht blau unterlegt), "Karte wird in Fahrtrichtung gedreht" (= blau unterlegt) und "Blickrichtung anzeigen" (= Bild 2). Ich nutze immer die Drehung der Karte in Fahrtrichtung. (Hinweis für die "blauen" Tasten 1. und 2.: Gedrückt halten, um die Standardaktion für das Umschalten auszuwählen)

3. rauszoomen (geht auch mit Fingerspreizung)

4. reinzoomen (geht auch mit Fingerspreizung)

5. Auswahl zwischen "Zoom sperren", "Bildschirmsperre" und "Lupe anzeigen" (= Bild 3). Weil ich das Symbol immer in der gleichen neutralen Stellung lasse, kann ich euch über die Einstellungen leider nichts näheres sagen.

Wie ich schon mehrmals erwähnt habe, wird die obere Funktionsleiste mit einem Doppeltap auf den Bildschirm angezeigt. Von links nach rechts haben die Schaltflächen folgende Bedeutung:

1. Hauptmenü  (= Bild 4)

2. es können  verschiedene Angaben angezeigt werden (= Bild 5)

3. Satelliten Übersicht und Kompass (= Bild 6)

4. Datenauswahl (= Bild 7)

5. Import-Auswahl (= Bild 8)

6. Trackaufzeichnung (= Bild 9)

 

Außerdem habt ihr wahrscheinlich schon auf einigen Screenshots in den 4 Ecken blaue Zahlen gesehen. An dieser Stelle nur so viel, das nennt sich "Benutzerdefinierte Bildschirme" und ist zu finden über das Hauptmenü (3 waagerechte Striche oben links) und dort unter "Weitere Funktionen".

Track aufzeichnen

Zum Schluß möchte ich noch zeigen, wie eine Fahrt aufgezeichnet und gespeichert wird. Ich habe die Trackaufzeichnung so eingestellt, dass ich sie manuell starten muß. Man kann das auch auf "automatisch" stellen. Dann wird nach dem Start von Locus sofort mit der Trackaufzeichnung begonnen. Den Start der Aufzeichnung kann ich, ihr ahnt es vielleicht, mal wieder auf verschiedene Arten starten. Wieder geht der Weg über das Hauptmenü (Bildschirm doppelt tappen, dann 3 waagerechte Striche), dann auf "Trackaufzeichnung" (= Bild 1). Alternativ könnt ihr auch in der oberen Funktionsleiste auf die Schaltfläche ganz rechts tappen. Darauf öffnet sich das Trackaufzeichnungsfenster (= Bild 2). Ein Tap auf die grüne Schaltfläche mit dem Dreieck startet die Aufzeichnung. Mit der roten Schaltfläche mit Quadrat wird die Aufzeichnung beendet, die orange mit den beiden senkrechten Strichen pausiert sie. Die blaue Schaltfläche habe ich selbst noch nicht ausprobiert. Deswegen kann ich euch dazu nichts sagen.

Nach Beendigung öffnet sich der "Datei speichern"-Dialog (= Bild 4). Hier könnt ihr u.a. der Datei noch einen aussagekräftigen Namen geben. Ein Tap auf "speichern" (oben rechts) speichert den Track auf dem Smartphone. Ich persönlich exportiere den Track dann noch in meine Dropbox, damit er überall (wo ich auf die Dropbox zugreifen kann) zur Verfügung steht. Das geht so: Nach der 'Speicherung öffnet sich das Info-Fenster (= Bild 5). Ganz unten rechts gibt es einen nach oben gerichteten Winkel. Wenn ich den antappe, öffnet sich ein Menü, in dem ich u.a. Export auswählen kann (= Bild 6). Im "Daten exportieren"-Bildschirm (= Bild 7) kann ich dann u.a. den Export-Pfad angeben und das kann dann eben auch die Dropbox sein. Ein Tap auf "Export" speichert den Track dann in der Dropbox.

Hätte ich vorher gewusst, wie lang dieser Artikel wird und mit wieviel Arbeit er verbunden ist, hätte ich vielleicht nochmal überlegt, ihn überhaupt zu erstellen. Eines ist mir aber trotzdem deutlich geworden. Die Basics, die ich geschildert habe, umfassen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die Locus bietet. Wer sich näher mit Locus beschäftigen möchte, findet unter diesem Link die komplette Locus knowledge base in mehreren Sprachen, u.a. auch auf deutsch.