(Update 02.12.2016 am Ende dieses Artikels) In meinem Artikel vom 3. Februar 2016 hatte ich mir die Frage gestellt "Blackview BV 5000 - mein ideales Smartphone-Navi?". Heute, ca. 6 Monate später kann ich meine Frage beantworten und habe den Artikel mit "Smartphone statt Garmin?" getitelt. Dabei steht Garmin natürlich nur stellvertretend für die vielen speziellen Outdoor-Navigationsgeräte wie z.B. Falk, Teasi usw..

Nach Veröffentlichung meines Artikels sind nicht wenige Mitbiker auf die Navigation per Smartphone umgestiegen, teilweise sogar von Top-Geräten wie Garmin 1000. Viele haben auch das BV5000 geordert. Mir selbst ist nach 2 Monaten das Handy hingefallen und das Display ist ziemlich heftig gesprungen. Eine Recherche in den Amazon-Bewertungen ergab, dass anscheinend viele Käufer dieses Problem haben. Zum einen ist das Display-Glas kein sog. Gorilla-Glas und zum anderen merken einige Käufer an, dass das Glas konstruktionsbedingt eine Ecke am Rand hat. Wenn es mal fällt und darauf landet, geht es fast zwangsläufig kaputt. Ich habe mir vom Verkäufer ein neues Display für 20 € inkl. Versand liefern lassen und versucht, es nach dieser Anleitung zu ersetzen. Dabei hat mir die Firma comtelservice in Heinsberg für ein Trinkgeld beim Lösen des Klebers, wie im Video ab ca. Minute 1:45 zu sehen ist, geholfen. Leider startete das BV5000 danach nicht mehr.

Andere Nutzer berichteten ebenfalls von Displaybrüchen, eine Bikerin davon, dass der Akku sich nach kurzer Zeit aufblähte, bei einem anderen nahm das Gerät dadurch Schaden, dass bei einem kurzen Bad im Bach Wasser eindrang, obwohl es als wasserdicht beworben wird. Also eigentlich eher negative Eindrücke was dieses spezielle Gerät betrifft. Die Firma Blackview hat inzwischen übrigens einen Nachfolger, das BV 6000 auf den Markt gebracht, das die Schwachstellen des BV5000 angeblich beseitigt. Eigene Erfahrungen dazu habe ich aber nicht. Sowohl das BV5000 als auch das BV6000 kann man über Amazon direkt, also ohne Zoll und Einfuhrsteuer ordern.

Eine Alternative zum etwa gleichen Preis ist das Samsung Xcover 3, das wohl Gorilla-Glas hat, dafür aber in anderen Bereichen hinter dem BV5000 zurückbleibt (Akku, Bildschirm usw.). Aber auch da könnte es natürlich bei einem Sturz zum Displaybruch kommen. Displayschutzfolie hilft wohl nur gegen Kratzer und nicht gegen Bruch.

Trotzdem blieb, soweit mir bekannt, bei allen Bikern, egal, ob sie das Blackview noch nutzen (können) oder nicht, der Wunsch bestehen, zukünftig weiterhin ein Smartphone zur Navigation zu nutzen. Die Vorteile und die Möglichkeiten sind einfach zu überzeugend.

Ich persönlich habe mich als Nachfolger für ein Samsung S4 active entschieden, das ich gebraucht für 120 € gekauft habe. Das Samsung S4 hat für mich persönlich den Vorteil, dass ich es auch als "normales" Handy nutzen kann ohne dass es ständig wie ein Outdoor-Smartphone wie z.B. die Blackviews aussieht. Das S4 active ist aber trotzdem ein ausgewiesenes Outdoor-Smartphone. Es soll wasserfest sein und das Display ist aus besonders stoßfestem Gorilla-Glas.  Wenn ich es zum Biken mitnehme, schütze ich es noch zusätzlich durch eine Silikon-Hülle.

Fast zeitgleich zum Artikel Blackview 5000 habe ich eine Bastellösung veröffentlicht, in der ich schilderte, wie ich das Phone am Bike befestige. Mittlerweile habe ich einige Erfahrungen gemacht und auch viele Anregungen bekommen, wie Mitbiker das gelöst haben. Meine neuen  Erkenntnisse habe ich in einem Update zum Artikel "GPS & Co. - Reigis Smartphoneklette" festgehalten.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal auf die Apps hinweisen, die es zur Navigation mit dem Smartphone gibt. Ausführliche Anleitungen zu Locus, der App meiner Wahl findet ihr in den Artikeln GPS & Co. - Locus - Installation und Einstellungen und GPS & Co. - Locus - Tracks laden, nachfahren und aufzeichnen und welche anderen Apps empfehlenswert sind in dieser Zusammenstellung.

Und abschließend möchte ich noch die Frage aus dem Titel beantworten. Ich persönlich würde nicht mehr zum Outdoor-Navi zurückwechseln wollen. Zum einen aus Kostengründen, aber zum anderen auch wegen der wesentlich besseren Darstellung und vor allem der riesigen Auswahl an Apps und Kartendarstellungen mit denen ich die Navigation so gestalten kann, wie ich es möchte.

Update 2.12.2016:
Kurze Zeit nachdem ich diesen Artikel veröffentlicht habe, musste ich schon wieder eine Entscheidung treffen. Das Samsung ließ sich nicht mehr aufladen. Warum und wodurch weiß ich auch nicht. Es musste also was Neues her und das möglichst schnell. Und was soll ich sagen, ich habe mich wieder für das Blackview BV5000 entschieden und das aus mehreren Gründen: 

  1. und wichtigstes Kriterium - der Preis! Das BV5000 habe ich für 105€ inklusive Versand bekommen (ich habe übrigens für mein Samsung beim Verkauf über ebay-Kleinanzeigen noch 30€ bekommen)
  2. der 5.000 mAh-Akku. Damit brauche ich nicht mehr mit Powerbank und Kabel zu hantieren. Der Akku hält ca. 10 Stunden bei voller Helligkeit und Display immer an.
  3. ich hatte vom (nicht mehr zu reparierendem Vorgänger) noch einen relativ frischen Akku übrig.

Mittlerweile fahre ich seit ca. 2 Monaten mit dem BV5000 rum und habe es wie im Artikel "GPS & Co. - Reigis Smartphoneklette" geschildert auf dem Oberrohr befestigt. Zusätzlich habe ich es mit einer Handschlaufe gesichert. Sollte es also mal von der Klette runtergeschlagen werden, kann es nicht allzu tief fallen und die Gefahr des Displaybruchs ist wieder ein Stückchen kleiner geworden. Nach jetzigem Stand habe ich die richtige Entscheidung getroffen. Gegenüber dem Samsung ist das BV5000 übrigens spürbar schneller, was sich beim Starten der App und bei der Bedienung gut bemerkbar macht.

Tipp: Solltet ihr euer "normales" Handy mitnehmen wollen und auf der Suche nach einer Schutzhülle sein, dann schaut mal in diesen Artikel vom Prime Mountainbiking Magazin. Vielleicht ist da etwas für euch dabei.