Die Spielregeln habe ich mal aus meiner persönlichen Sicht, also aus der Sicht eines Mountainbikers aufgeführt. Es geht aber insgesamt um Empfehlungen, wie alle Naturnutzer miteinander und mit der Natur umgehen sollten.

Im Mitgliedermagazin der Deutsche Initiative Mountain Bike (DIMB), den Trailnews, habe ich folgende bemerkenswerte Worte von Kai Heuser, dem 3. Vorsitzendem des DIMB, zum Thema Wanderer und Mountainbiker gefunden:

Das Bild des meist jugendlichen, helmbewehrten Fahrradrowdies, der nichts besseres zu tun hat, als den Wald zu zerstören und Wanderer zu verschrecken, bleibt immer noch in zu vielen Köpfen verankert.
Die Realität wird zugunsten dieses leicht zu lernenden Feindbildes nur zu gerne ausgeblendet. Nicht nur der Mountainbikesport ist über die Jahre gewachsen, nein auch seine Anhänger wurden älter. Der Sport selbst hat nicht nur vielfältige Facetten, auch das Alter seiner Betreiber ist breit gestreut. Schwarze Schafe gibt es überall, dürfen aber niemals Grund sein, eine ganze Sportart zu verdammen. Der Mountainbiker bewegt sich im Wald, weil er diesen liebt. Ihm per se mutwillige Zerstörung zu unterstellen, wäre nicht nur dumm, sondern paradox.

Die Spielregeln, also wie Mountainbiker mit der Natur und Wanderern umgehen sollten, hat der DIMB in den Trail Rules (klick für pdf-Version)  definiert. Auch das "Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit" hat 10 Tipps (klick für pdf-Version) für den Umgang zwischen Mountainbikern und Wanderern veröffentlicht. Das, was für die Bergwelt gilt, gilt natürlich auch für das etwas flachere Land. 

Ich selber höre immer wieder mal von Konflikten zwischen Wanderern und Mountainbikern. Die habe ich in unserer Region bisher nur selten feststellen können, obwohl ich mittlerweile schon über ein Jahrzehnt mit dem Mountainbike unterwegs bin. Im Stillen scheinen dennoch einige zu wirken, die meinen, uns Mountainbikern mit quer über den Weg gelegten Ästen das Befahren verleiden zu können. Das ist ja noch vergleichsweise harmlos. Wesentlich schwerwiegender finde ich dann schon Nagelbretter (wie kürzlich in der "Schlucht" nahe Brüggen entdeckt) oder in Kopfhöhe quer über den Weg gespannte Schnüre oder sogar Stacheldraht. Da hört bei mir das Verständnis auf. Zudem machen sich diese Menschen strafbar. Leider habe ich bisher keinen auf frischer Tat ertappt, es sind aber auch wirklich nur Einzelfälle, eben die oben erwähnten "schwarzen Schafe", die es leider in allen Naturnutzer-Gruppen gibt. In der Praxis hat sich ein entspannter Umgang miteinander bewährt. Ein freundliches Wort garniert mit einem Lächeln hat schon viele Vorurteile zunichte gemacht.

Vor kurzem bin ich übrigens auf ein bemerkenswertes Beispiel für ein faires Miteinander zwischen allen Naturliebhabern gestossen. Ganz besonders gefreut hat mich, dass ich dieses Beispiel in unserer Region gefunden habe. Nähere Einzelheiten könnt ihr unter diesem Link nachlesen.