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Update 24.10.2016: Die Joe Challenge 2016

Im Herbst 2010 berichtete Joe, dass er (seiner Meinung nach) in den Ardennen gescheitert ist. Er hatte also noch eine Rechnung offen. An einem regnerischen Tag im Frühjahr kam mir dann eine Idee und ich setzte mich an die Planung, die dann letztendlich etwas ausführlicher ausfiel wie normal. Warum das so war, könnt ihr im mehrseitigen pdf, das ihr mit diesem Link Joe-Challenge.pdf runterladen könnt, nachlesen. Im Vorfeld hatten wir uns den 11.8.2012 ausgeguckt. 10 Ardennenverrückte hatten sich gefunden. Das Wetter war so, als wenn wir es extra für diesen Tag bestellt hätten, nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm. Wir hatten einen 10er-Schnitt kalkuliert. Damit wären diejenigen, die die gesamte Strecke fahren wollten, eine reine Fahrzeit von 11 Stunden unterwegs gewesen + insgesamt 2 Stunden Pause = insgesamt 13 Stunden. Da hieß es früh aufstehen, wenn wir nicht im Dunkeln ankommen wollten. Deshalb war die Startzeit auf 7.00 Uhr (natürlich in Belgien) sehr früh angesetzt worden. Den Bericht, wie es uns gegangen ist, teilen Joe und ich uns heute. Und das hat seinen besonderen Grund, wie ihr beim Weiterlesen erfahren könnt.

Joe_Challenge-HoehenprofilEs ging ja noch ziemlich gesittet los mit einem kurzen Anstieg, der uns die morgendliche Kälte schnell aus den Gliedern trieb. Es war also nix mit Einrollen, aber man kann ja schließlich nicht alles haben. Der erste Trail hoch nach Becco zeigte uns schon mal, was uns erwartete. Auf jeden Fall mussten wir am Ende schieben. Dann folgte eine Passage, die wir im weiteren Verlauf nicht mehr gesehen haben, nämlich ein kurzes Stück auf Asphalt, bevor es dann ab in den Wald ging. Kurze Zeit sJoeC-2012-08-11_08-31-33-0120päter mussten wir die erste Zwangspause einlegen, weil Christoph einen Dorn im Reifen hatte. Es folgte sofort ein steiler Anstieg, der so steil war, dass er uns alle (!) aus dem Sattel zwang. Und so ging es dann mit relativ kurzen Uphills und folgenden Abfahrten weiter, bei denen man aber auch nicht entspannen konnte und wegen der vielen Ardennenkiesel voll konzentriert sein musste. Leider verabschiedete sich beim Bike von Herbert bei Kilometer 15 der Freilauf und Guido begleitete ihn auf  dem Rückweg, den die beiden, wie ich im Nachhinein erfuhr, dann mit Hilfe des iPhones und Google Maps zwar gut JoeC-2012-08-11_07-37-16-0022gefunden aber größtenteils gehend zurückgelegt haben. Kurze Zeit später am Ende eines Downhills war Werner's Kette gerissen (Werner, was ich bis jetzt nicht verstehe ist, wie man im Downhill eine Kette zum Reißen bringen kann. Du musst ja Bärenkräfte haben). Übrigens, da Loisl seine Bikehandschuhe vergessen hatte, half Markus ihm mit einem Paar im seinem Auto befindlichen Arbeitshandschuhen aus. Und die kamen auf dieser Tour etwas häufiger zum Einsatz. Ob die zwei das geahnt haben?

Ab Kilometer 22 begann dann der erste steile und lange Zahn (von insgesamt 10) des Höhenprofils. Wer aber meint, die 3 Kilometer sind mit Asphaltkilometern gleichzusetzen, dem kann ich sagen: "Du täuschst dich gewaltig!. Durch die Ardennenkiesel im Weg musst du dir jeden Meter einzeln erkämpfen. Die 3 Kilometer ziehen sich." Oben am Ausstiegspunkt 1 angekommen hat man dann ca. 25 Kilometer in den Beinen, die sich JoeC-2012-08-11_08-26-48-0068mindesten so wie 50 bei uns anfühlen. Der nächste Ausstiegspunkt lag "nur" ca. 10 Kilometer weiter. Die würde ich doch noch locker schaffen. Es begann auch mit einem wunderbaren und rasanten Downhill an dessen Ende Markus trotz tubeless-ready-Laufrad einen Platten hatte. Der nächste Uphill sah ja im Höhenprofil problemlos aus (der kleine Zahn hinter dem ersten großen). Was wir nicht sehen konnten war, dass man ihn größtenteils nicht fahrend erklimmen konnte. So folgte die nächste längere Schiebepassage. Der dann folgende Downhill war sehr steil. Außerdem war der Pfad stellenweise nicht mehr zu erkennen. Dafür war der Ausblick beim Runterschieben umso grandioser. Unten angekommen machten wir uns an das Erklimmen des nächsten großen Zahnes. Landschaftlich sehr schön, meist an einem Bach entlang, aber fahrtechnisch wieder sehr fordernd zog er sich kilometerlang hin. Auf der Hälfte des Anstiegs merkte ich, dass mein Kräftevorrat nahezu verbraucht war und ich beschloß, die Gruppe beim Ausstiegspunkt 2 zu verlassen. Glücklicherweise beJoeC-2012-08-11_11-29-37-0179gleitete mich Markus die 2. Hälfte des Anstiegs und lenkte mich, als "staatlich geprüfter Schwadlapp" mit seinen Sprüchen ab.. Danke nochmal dafür, Markus. Die anderen folgten also weiter dem Track und ich hatte noch ein paar Höhenmeter (wie sich später herausstellte ca. 200) bis zum Rückwegtrack, der größtenteil bergab führte, zu absolvieren. Der Rückweg selber war dann sehr flowig mit einen schönen Singletrails und grandiosen AusblickenJoeC-2012-08-11_13-00-07-0185. Müde aber happy kam ich am Start/Ziel an. Dort erwartete mich dann ein lustiges Erlebnis. JoeC-2012-08-11_13-28-49-0222Als wir am Morgen am Startpunkt ankamen, stellten wir fest, dass dort ein kleines Festzelt und ein Dixie-Klo aufgestellt waren. Als ich zurückkam, hatte die Belgier doch tatsächlich eine große Garage um meinen kleinen Smart gebaut.  Klickt mal auf's Bildchen ;-). Ich informierte Markus per Handy, was sich am Ziel ereignet hatte. Dabei hatte ich den Eindruck, dass den Jungs ein Grund für ein erneutes "Scheitern" gar nicht ungelegen kam. Das das tatsächlich so war, schildert Joe euch im weiteren Verlauf. Zu Hause angekommen stellte ich bei der Auswertung des aufgezeichneten Tracks dann fest, warum ich nach 35 Kilometer so kaputt war. Bis dahin hatte ich nämlich schon 1400 Höhenmeter gesammelt und das Auswertungsprogramm stellte fest, dass die durchschnittliche Steigung der gesamten absolvierten Höhenmeter bei 9,6% lag. Diejenige, die sich auskennen, wissen was das bedeutet und dazu kommt, dass diese nicht auf Asphalt-, sondern auf Ardennenwegen und -pfaden zu absolvieren waren. Wie ist es denn anderen im weiteren Verlauf denn jetzt gegangen? Das hat Joe mir und euch geschildert:

Reinhard hatte uns am 2. Ausstiegspunkt verlassen. Wem nun ein müdes Lächeln ins Gesícht huscht ( wie nur 35 km ) sollte sich selber mal ein Bild machen und bitte ein Foto von seinem Gesichtsausdruck an diesem Punkt aufnehmen, dann haben wir auch mal was zu lachen.

Ja, Reinhard du hast eigentlich nichts verpasst, bzw. unheimlich viel.

Es ging eigentlich so weiter wie es begonnen hatte. Immer wieder nett hoch und genau so nett wieder runter. Als wir dann irgendwann ca. bei Kilometer 42 etwas Wasser an einem Bauernhof nachfassen wollten, wurden wir nicht gerade freundlich empfangen, naja die Vergangenheit lässt grüßen. Wir gingen leer aus.

Hier hat Markus dann seine gefühlte 7. Brotzeit aufgebaut, es gab mir die Gelegenheit  mal auf die Strecke zu scJoeC-2012-08-11_10-49-50-0166hauen. Und was ich da auf meinem GPS sah, hatte ich in besonders sch(b)ön(s)er Erinnerung. Ich habe die Anderen natürlich schon mal eingestimmt. So nach dem Motto lass den Joe nur quatschen, wir haben ja alles schon gesehen viel schlimmer kann es ja nicht werden, wurde mein Kommentar naja sagen wir mal, zur Kenntnis genommen..

Aber es kam schlimmer! Eine Abfahrt von einigen hundert Metern durchzogen von mittelgroßen losen Brocken garniert mit viel Schlamm, einfach nur schön.

Auf der anderen Seite des Flüßchens wieder hoch und dann kam dein Anruf.
Nach kurzer Beratung wollten wir ein Abschleppen unserer Autos vermeiden (wir wußten ja nicht wann das Fest steigen sollte ) und beschlossen beim Ausstiegspunkt drei auf der Abkürzungsroute zu den Autos zurück zu rollen.

Wir haben ja nur noch 5 km zum Ausstiegspunkt, ich weiß nicht von wem der Kommentar kam, aber ich wußte ja, dass noch die Tragepassage anstehen sollte, aber diesmal habe ich meine Schnauze gehalten. Diese war aber im Gegensatz zu meinem ersten Anlauf noch beschwerlicher, da sich zusätzlich noch die Waldarbeiter ausgelebt haben.

Nach ca. 20 Minuten oben angekommen meinte Markus das der Streckenplaner wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, so was MTB?lern zuzumuten. Robert hat dann Loisl seine Schlüssel anvertraut und meinte, wir sollten schon mal vorfahren.

Gesagt getan, irgendwann auf den Rückweg eingebogen und dann mit Werner und Loisl als Tempomacher mit Vollgas zum Auto. Dabei haben wir dann Christoph verloren und bei einem Rennradfahrer sicherlich für schlechte Träume in der darauffolgenden Nacht gesorgt, als wir mit gefühlten 40 km/h an diesem armen Sack im Pulk vorbeiflogen.

Im Ziel angekommen, ein Aufatmen, dass die Autos noch an Ort und Stelle waren, kurz auf Christoph und Robert gewartet, dann ab in die Autos um den gebührenden Abschluss eines tollen Tages an der Friture in Eynatten ausklingen zu lassen.

WAS FÜR EIN TAG !!!!

Fazit: Es gib für mich noch was zu tun und ich werde es irgendwann tun!, alle guten Dinge sind drei. Wie immer ein riesiges Dankeschön an unseren Tourenplaner Reigi, selbst der Rückweg war wunderschön !!

Soweit Joe's Bericht. Die Bildern findet ihr hier.  Die Tracks und weitere Informationen zur Joe-Challenge habe ich in eine zip-Datei zusammengepackt. Die könnt ihr hier downloaden: zipJoe-Challenge-Paket1.38 MB

Kommentare   

Robert
0 #3 Robert 2012-08-13 17:47
Tolle Bilder von einer super Tour (bis auf die Tragepassage durchs Unterholz vielleicht :-*)! Der Smart im Zelt ist ja jetzt schon das Bild des Jahres!
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Markus Dicken
0 #2 Markus Dicken 2012-08-13 14:00
Hallo Jungs,
ja die Ardennen haben uns mal wieder besiegt! wir kommen wieder und wieder und es kommt der Tag.....

Im September vielleicht schon!

LG
deLang
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Guido Butt
0 #1 Guido Butt 2012-08-12 22:19
Hallo
Ohne viel Worte einfach genial ..........
der Bericht
Gruß Guido
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