P1060444Diese Zeilen schreibe ich zu Beginn der 4. Woche meiner 5 wöchigen Reha in Bad Salzuflen. Der Jahreswechsel steht kurz bevor, ich habe Zeit und Muße die "Dinge meines Lebens" zu überdenken und in Text zu fassen. Eines dieser Dinge ist mein geliebtes Mountainbiken und wie sich das mit meinem zunehmenden Alter verbinden lässt. Dazu habe ich mir schon mal vor meinem 60. Geburtstag Gedanken gemacht und etwas später nochmal. Jetzt beginnt wieder ein neuer Abschnitt: Ich brauche nicht mehr zu arbeiten. Ein "Renter-auf-Probe"-Jahr habe ich in 2014 schon hinter mir. Welche Erfahrungen habe ich daraus mitgebracht und wie wirken sich diese Erfahrungen auf mein Biken aus?

 

Zur Einleitung meiner Überlegungen möchte ich zuerst mal etwas abseits vom Sport anfangen. Ich bin hier in der Reha erstmals in Kontakt mit Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Meditation und Yoga gekommen. Bis jetzt habe ich das als esoterischen Humbug abgetan, stelle aber jetzt fest, wie gut es mir hilft, innere Ruhe zu bekommen. Und von "esoterisch" ist weit und breit nichts zu sehen. Einen oder mehrere dieser Wege werde ich in Zukunft weiter gehen. Ihr werdet jetzt sicher denken: "Jetzt hebt er ganz ab." Dem ist aber überhaupt nicht so. Ich las vor kurzem folgenden Satz: "Man sollte Meditieren ausprobieren, statt darüber zu reden oder zu schreiben, empfehlen alle diejenigen, die schon einmal Achtsamkeit praktiziert haben." Ich kann aus meiner eigenen, wenn auch kurzen Erfahrung berichten, dass es hilft, in seinen Körper hineinzuhören und damit mit ihm, statt gegen ihn zu arbeiten.

 

 

Aber diese Entspannungstechniken haben doch nichts mit Sport zu tun, werdet ihr vielleicht sagen. Doch, es hat. Alle Techniken, die ich hier kennengelernt habe, werden langsam und bewusst, aber ohne große Kraftanstrengung ausgeführt. Dass sie dennoch ihre gesundheitsförderliche Wirkungen entfalten, konnte ich vor kurzem im Artikel "Yoga bringt es auch" nachlesen.

Aber was hat das jetzt alles mit Mountainbiken zu tun? Nicht ungeduldig werden, den Bogen schaffe ich noch.

 

In meinem "Renter-auf-Probe"-Jahr 2014 bin ich viel mehr als in den vergangene Jahren auf dem Bike unterwegs gewesen. Es waren viele längere Touren zwischen 70 und 100 Kilometer dabei. Einige bin ich mit einer Gruppe, aber die meisten alleine gefahren. Gerade bei der Tour am 3.10. "MMM - Sophie und der Indemann" ist mir bewusst geworden, dass die jüngere Generation ein schnelleres Tempo fährt (fahren kann) und viel besser die Berge hochfährt (hochfahren kann). Die Folge war, dass ich schneller als in meinem Wohlfühltempo unterwegs war, bzw. die Jungs am Berg auf mich warten mussten. Es hat mir trotz der notwendigen verlängerten Regenerationszeit Spaß gemacht, aber ich bin andererseits auch sicher, dass es in "meinem" Tempo noch etwas mehr Spaß gemacht hätte. Und ob die Jungs Spaß daran gehabt haben, auf mich zu warten, lasse ich mal dahingestellt.

 

Das hatte zur Folge, dass ich die weiteren Touren in 2014 alleine unterwegs war. Da konnte ich mein Tempo fahren, abkürzen oder Anstiege auslassen, wann es mir gefiel und auch mal "Asphalt schrubben", wenn mir danach war. Um also noch mal ein Fazit zu ziehen: Ich genieße es mehr und mehr, es auch mal langsam, nicht so anstrengend und ohne Rücksicht auf andere, (bzw. ohne dass andere auf mich Rücksicht nehmen müssen) angehen zu lassen. Dass das nicht auf Kosten der Tourenlänge oder der Zeit gehen muss, hat mir dieses Jahr gezeigt.

 

Ich werde mich zukünftig vorwiegend auf das Bikewandern, also Radwandern mit dem MTB auf Wanderwegen statt auf Radwegen konzentrieren. Ich habe vor, einige Wanderwege, aber auch ausgeschilderte MTB-Runden für euch auf Mountainbiketauglichkeit prüfen. Die Ergebnisse werde ich hier veröffentlichen. In unserer Region gibt es ja bekanntlich keine Wanderwege mit Klettersteigen. Mein Mountainbike verschafft mir also beste Voraussetzungen, auch mal Wege zu fahren, die mit einem "normalen" Bike nur unter Anstrengung oder mit Schwierigkeiten zu fahren wären. Es spricht aber auch nichts dagegen, ruhige asphaltierte Wege als Hin- und Rückfahrt für den Test zu nutzen.

 

Außerdem habe ich noch 3 neue Regiontracks in Planung. Zwei kürzere um Linnich und Geilenkirchen und eine längere (variable) Haldentour.

 

Ihr könnt lesen, dass das SOK-Prinzip, zumindest in Teilen, nach wie vor Gültigkeit hat. Bei meinen Touren freue ich mich über Begleitung, die genauso denkt wie ich, egal ob jung oder alt.

 

Ich wünsche allen zunächst mal einen Guten Rutsch, für später dann vor allem Gesundheit und damit verbunden ein unfallfreies Bikejahr 2015 - und denkt dran! Immer schön langsam und achtsam. Dann könnt ihr intensiver genießen. Wilfried erklärt Joe und mir auf dem Bild übrigens, dass wir aufpassen sollen, nicht in ein Loch zu fallen. Er hat aber gleichzeitig versprochen, uns da wieder (wenn es sein muss mit seinem ihm eigenen sonnigen Gemüt) rauszuholen. In diesem Sinne.